Reaktion auf Manöver von USA und Südkorea
Nordkorea droht mit Atomschlag

Nordkorea hat den USA und Südkorea mit einem Atomschlag gedroht. Sollten beide Länder den Norden mit Atomwaffen bedrohen, werde die Führung in Pjöngjang ihrerseits mit einem Nuklearangriff antworten, verbreitete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag unter Berufung auf einen Militärvertreter.

rtr SEOUL. Die USA und die südkoreanische Regierung um Präsident Lee Myung Bak sollten erkennen, dass die nordkoreanische Armee fest entschlossen sei, Aggressoren gnadenlos auszuradieren. Südkorea und die USA beginnen am Montag mit einem gemeinsamen Militärmanöver, das vor allem Computersimulationen und Kommunikationsübungen vorsieht.

Lee hatte dem Nachbarland erst am Samstag die Hand gereicht und an die Führung in Pjöngjang appelliert, einen neuen Anlauf zur Abrüstung zu unternehmen. Die Reduzierung konventioneller Waffen und der Truppenstärke setze gewaltige Ressourcen zur Verbesserung der Konjunkturen auf beiden Seiten frei, sagte Lee. "Die Zeit ist gekommen, dass der Norden und der Süden sich an einen Tisch setzen und über diese Dinge sprechen." Zudem erneuerte der Präsident sein Angebot, dem verarmten Norden im Gegenzug für den Stopp seines Atomprogramms unter die Arme zu greifen.

Der Moment für diese Initiative schien günstig. Mit der Freilassung von zwei verhafteten US-Journalistinnen und eines koreanischen Arbeiters sendete Nordkorea Anfang des Monats Zeichen der Entspannung. Doch Nordkorea verurteilt Militärübungen der beiden Verbündeten regelmäßig als Vorbereitung für eine Invasion und einen Atomkrieg. Im März hatte die Führung in Pjöngjang wegen eines südkoreanisch-amerikanischen Manövers die Armee in volle Alarmbereitschaft versetzt. In den Monaten darauf hatte sich das abgeschottete Nordkorea mit seinem zweiten Atom- und mehreren Raketentests international weiter isoliert.

Die beiden Koreas befinden sich offiziell noch im Krieg. Der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 endete lediglich mit einem Waffenstillstand, einen Friedensvertrag gibt es nicht. An der schwer bewachten Grenze stehen sich mehr als eine Million Soldaten gegenüber. Die USA haben rund 28 500 Soldaten im Süden der koreanischen Halbinsel stationiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%