Reaktion auf Selbstmordattentat Putin verschärft Ton gegen Rebellen

Nach den Selbstmordattentaten auf einem Moskauer Rockkonzert hat der russische Präsident Wladimir Putin ein hartes Vorgehen gegen tschetschenische Rebellen angekündigt, die er hinter den Anschlägen vermutet.

Reuters MOSKAU. „Bei solchen Menschen sind Präventiv-Maßnahmen zwecklos“, sagte Putin am Montag in Moskau. „Sie müssen in den Kellern und Höhlen, in denen sie sitzen, aufgestöbert und vernichtet werden.“ Putin hatte wegen der Anschläge mit 15 Toten eine Asien-Reise abgesagt. In Tschetschenien kam es unterdessen zu einer möglicherweise neuen Gewalttat. Aus Militärkreisen verlautete, ein am Vortag abgestürzter russischer Militärhubschrauber sei eventuell abgeschossen worden. In Moskau wurde am Montag ein Mensch bei der Detonation einer Handgranate getötet. Hinweise auf Verbindungen zu den Selbstmordanschlägen lagen zunächst nicht vor.

„Die Banditen, die in Tschetschenien operieren, sind Teil eines internationalen terroristischen Netzwerks“, sagte Putin in einer Kabinettssitzung. Kein Staat lasse sich „von Terroristen herumkommandieren“. „So auch nicht Russland“, fügte Putin hinzu.

Am Samstag hatten sich zwei Selbstmordattentäterinnen auf einem Open-Air-Konzert in die Luft gesprengt und 13 Menschen mit in den Tod gerissen. Russische Medien berichteten am Montag, fünf der verletzten Anschlagsopfer befänden sich noch in einem kritischen Zustand. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand, die russischen Behörden machten jedoch sofort tschetschenische Rebellen dafür verantwortlich. Im Oktober hatten tschetschenische Rebellen mehr als 700 Menschen in einem Theater in Moskau als Geiseln genommen. Bei der Erstürmung des Theaters setzten russische Sicherheitskräfte ein Narkosegas ein, durch das rund 40 Geiselnehmer und 129 Geiseln getötet wurden.

Unweit der tschetschenischen Hauptstadt Grosny stürzte am Sonntag ein russischer Militärhubschrauber ab. Aus Militärkreisen verlautete, das Wrack habe Dutzende Einschlusslöcher aufgewiesen, was auf einen Abschuss hindeute. Die Kaukasus-Republik Tschetschenien strebt seit rund zehn Jahren nach einer Unabhängigkeit von Russland.

Im Süden Moskaus detonierte am Montag eine Handgranate, die in einem Mülleimer deponiert war. Nach Polizeiangaben wurden ein Mann getötet und drei weitere Menschen verletzt.

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