Reaktion aus Scharon-Leiden: Die seltsame religiöse Allianz

Reaktion aus Scharon-Leiden
Die seltsame religiöse Allianz

Erst vor wenigen Monaten hatte der US-Fernsehprediger Pat Robertson mit dem Vorschlag aufhorchen lassen, den venezoelanischen Präsidenten Hugo Chavez umzubringen. Nun preist der TV-Pastor den Schlaganfall von Israels Premier Ariel Scharon - und findet sich damit in einem Boot mit dem iranischen Präsidenten wieder.

HB WASHINGTON/TEHERAN. Pat Robertson sagte seiner Sendung „The 700 Club“, die vom Christian Broadcasting Network (CBN) ausgestrahlt wird, die schwere Erkrankung Scharons sei eine Strafe Gottes. Als Grund für die Bestrafung hat Robertson, der unter anderem die Aufhebung der Trennung von Kirche und Staat in den USA fordert, den Abzug der israelischen Siedler aus dem Gazastreifen ausgemacht. Scharon werde mit seinem Leiden für „die Teilung von Gottes Land“ gestraft, verkündete der Prediger seinen Glaubensbrüdern über die Flimmerkiste. Nichtsdestotrotz sei der israelische Regierungschef aber ein mitfühlender Mensch und guter Freund.

Daniel Aylon, der israelische Botschafter in den USA, zeigte sich empört über die Botschaft des Reverends. Von einem engen Freund Israels und Scharons habe er so etwas nicht erwartet, erklärte Ayalon. Dabei verglich der Diplomat Robertsons Auslassungen zur göttlichen Strafe mit den Ausführungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Dieser hatte Scharon als „Verbrecher“ beschimpft und die Hoffnung geäußert, dass sich der israelische Ministerpräsident bereits auf dem Weg zu dessen Ahnen befinde.

Pat Robertson ist in den USA ebenso beliebt wie umstritten. Für die christliche Rechte steht der Fernsehprediger als Symbolfigur. In der Vergangenheit hat sich der mittlerweile 75-jährige mit seiner Ablehnung zu Homosexualität und Feminismus Gehör verschafft. Zu seinen Versuchen als Autor zählt unter anderem das 1991 erschienene Werk „The New World Order“, „die Neue Weltordnung“. Darin macht Robertson die „europäische Hochfinanz“ in etwa für den Mord an US-Präsident Abraham Lincoln 1865 verantwortlich.

Im August des vergangenen Jahres verbreitete Robertson dann seine eigene Sicht zum Konflikt mit Venezuela, dessen linksgerichteter Präsident Chavez im Dauer-Clinch mit den USA liegt. Robertson sagte - ebenfalls in „The 700 Club“: „Wenn [Chavez] glaubt, dass wir versuchen ihn zu ermorden, dann sollten wir es wahrscheinlich wirklich tun. Es ist sehr viel billiger, als einen Krieg beginnen ... und ich glaube nicht, dass deswegen die Öllieferungen gestoppt werden würden.

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