Reaktionen auf Osthoff-Freilassung
„Die tapferste Frau, die ich erlebt habe“

Mit großer Erleichterung ist der glückliche Ausgang der Entführung von Susanne Ostoff aufgenommen worden. Kanzlerin Merkel lobte den Krisenstab, Bundespräsident Köhler das Engagement zahlreicher Muslime in Deutschland. Gleichzeitig gibt es neue Spekulationen über die mutmaßlichen Kidnapper.

HB BERLIN. Die freigelassene deutsche Geisel Susanne Osthoff soll während ihrer knapp dreiwöchigen Verschleppung an eine andere Entführergruppe übergeben worden sein. „Wir wissen, dass die Entführer anfangs eine kriminelle Gruppe waren, die nur auf Lösegeld aus war“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Nadeem Elyas, der „Mitteldeutschen Zeitung“. „Diese erste Gruppe hat Frau Osthoff an eine islamisch orientierte Gruppe 'verkauft'.“

Die zweite Gruppe habe dann aber festgestellt, dass Osthoff nichts mit Spionage zu tun habe, und das Interesse an ihr verloren. „So kam es zu der schnellen Freilassung.“ Elyas berief sich auf eigene Informationsquellen im Irak. „Wir haben Bekannte und Kontaktpersonen, von denen wir Informationen bekommen.“

Terrorismus-Experten vermuten, dass Ostoff von sunnitischen Nationalisten oder Kriminellen als Geisel genommen wurde. „Bei aller Vorsicht deutet Vieles in diese Richtungen“, sagte Rolf Tophoven von der ARD. Die Terrorgruppe um den jordanischen Extremisten Abu Mussab al Sarkawi scheide dagegen aus.

Auch der Nahost-Kenner Peter Scholl-Latour sprach von Sunniten als möglichen Tätern. Schiitische und kurdische Gruppen hätten kein Interesse daran, dass die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit dem Irak einstelle. Dies hatten die Entführer in einem der ARD zugespielten Video gefordert. Beide Experten sagten, dass die Öffentlichkeit wegen der großen Geheimhaltung möglicherweise nie über die Hintergründe der Entführung erfahren könnte. Die Bundesregierung hält sich weiter bedeckt.

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg erklärte am Montag, Kanzlerin Angela Merkel sei sehr erleichtert, dass die Entführung ein so glückliches Ende gefunden habe. Merkel habe Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für die „umsichtige“ Arbeit des Auswärtigen Amtes und des gesamten Krisenstabes gedankt.

Seite 1:

„Die tapferste Frau, die ich erlebt habe“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%