Reaktionen auf Paris
Erschütterung, Anteilnahme und offene Türen

Erschütterung und Schock sind die Reaktionen auf die Gewaltwelle. 140 Menschen sterben, die Pariser haben trotzdem offene Türen. Nur die Dschihadisten bejubeln die Anschläge auf Twitter.

ParisBundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel und andere führende deutsche Politiker haben Frankreich nach den tödlichen Attentaten von Paris Solidarität versprochen. Am Samstag und in den nächsten Tagen dürfte eine politische Debatte über die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland und den Kampf gegen den Terrorismus folgen. Merkel will sich um 9.00 Uhr im Kanzleramt in Berlin zu den Vorgängen in der französischen Hauptstadt äußern.

Gauck sagte laut einer Mitteilung vom frühen Samstagmorgen: „Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen. Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk.“

Merkel schrieb: „Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris.“ Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit der französischen Regierung und habe ihr die Anteilnahme und Solidarität der Menschen in Deutschland übermittelt.

Kanzleramtschef Peter Altmaier, einer der engsten Vertrauten von Merkel, twitterte: „Wir weinen um die unschuldigen Toten von Paris. Aber wir werden uns niemals beugen dem Hass, dem Fanatismus und der Gewalt!“ Später schrieb er: „Paris ist der Sehnsuchtsort der Freiheit. Man kann es bomben - nur zerstören kann man es nicht!“

Bei der SPD äußerte sich die stellvertretende Bundesvorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf Twitter mit den Worten: „Ich bin tief betroffen. Meine Gedanken sind bei unseren französischen Freunden. Welcher Wahnsinn.“

Der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger schrieb in dem Kurznachrichtendienst: „Ich bin entsetzt über die Gewalt in #Paris, traurig und bestürzt über die vielen getöteten Menschen und in Gedanken bei ihren Familien.“ Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht äußerte sich betroffen: „Ich bin tief erschüttert über die furchtbaren Anschläge in #Paris. Meine Gedanken sind bei den Opfern und den Menschen in Frankreich.“

Grünen-Chef Cem Özdemir betonte in dem Kurznachrichtendienst: „Wir sind bei den Menschen von #Paris & ganz #Frankreich. Was für ein Horror.“ Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt nahm dort Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte und schrieb: „Zu viele Muslime, Flüchtlinge sind schuld? NEIN. Sie sie fliehen davor. Demokratie u Freiheit verteidigen! Für Alle!“

FDP-Chef Christian Lindner sprach von einem schockierenden Anschlag auf die Zivilisation. „Für Liberté, Égalité, Fraternité (auf Deutsch: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit) muss Europa jetzt zusammenhalten.“

Der britische Premierminister David Cameron hat sich schockiert über die Anschläge in Paris mit vielen Toten geäußert. Zugleich bot er Hilfe an. Großbritannien werde tun, „was immer wir tun können, um zu helfen“, sagte er am Freitagabend. Er sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.

US-Präsident Barack Obama hat die Anschläge von Paris mit Dutzenden Toten als „abscheulichen Versuch“ verurteilt, die Welt zu terrorisieren. Es handele sich nicht nur um Anschläge auf Paris oder das französische Volk, sondern auf die gesamte Menschheit, sagte Obama am Freitag in Washington. Es sei zu früh, um darüber zu spekulieren, wer für die Attacken verantwortlich sei. Obama bot die Hilfe Amerikas bei der Bekämpfung des Terrors an. „Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen“, sagte der US-Präsident.

US-Außenminister John Kerry äußerte sich ähnlich. Die Attacken von Paris bezeichnete er als heimtückisch, bösartig, niederträchtig und „ein Übergriff auf unsere gesamte Menschheit“. Die USA stünden bereit, um der französischen Regierung jegliche Unterstützung zu geben, die sie benötige. Kerry äußerte sich in Wien, wo er am Samstag zu Gesprächen über den Syrien-Konflikt teilnehmen sollte.

US-Vizepräsident Joe Biden bezeichnete die Anschläge von Paris als „herzzerbrechend“ und „ungeheuerlich“. Eine „solche Barberei kann nie bedrohen, was uns ausmacht.“

Spanien hat Frankreich alle Unterstützung und Solidarität zugesichert. „Sie können beim kompromisslosen Kampf gegen die terroristische Barbarei selbstverständlich mit aller Kooperation meiner Regierung und der spanischen Sicherheitskräfte rechnen“, schrieb Ministerpräsident Mariano Rajoy in der Nacht zum Samstag in Telegrammen an Frankreichs Präsident François Hollande und dessen Innenminister Manuel Valls, wie die staatliche Nachrichtenagentur efe berichtete.

„Entsetzt und bestürzt“ reagierte in Madrid auch König Felipe VI. Das spanische Innenministerium teilte unterdessen mit, es werde am Samstag Treffen mit Vertretern der Sicherheitskräfte geben, um zu analysieren, ob der Terroralarm in Spanien von mittel auf hoch (auf die zweithöchste Stufe 4) angehoben werden solle.

Seite 1:

Erschütterung, Anteilnahme und offene Türen

Seite 2:

Anonyme Quelle will Handschrift von Al-Kaida erkannt haben

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%