Reaktionen auf Rückzug
Sorge um Lage in Simbabwe nimmt zu

Nach dem Rückzug der Opposition aus der Stichwahl um das Präsidentenamt in Simbabwe wächst international die Sorge über die Lage in dem afrikanischen Land. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon warf der Regierung in Harare vor, es nicht geschafft zu haben, Bedingungen für eine freie und faire Stichwahl zu schaffen.

HB NEW YORK. Die US-Regierung forderte „die simbabwische Regierung und ihre Schläger“ auf, die Gewalt sofort zu beenden. Die Europäische Union bedauerte die Umstände, die zum Ausscheiden von Oppositionskandidat Morgan Tsvangirai geführt hätten, und äußerte zugleich Verständnis für dessen Entscheidung.

Tsvangirai hatte den Boykott der Stichwahl mit der Gewalt gegen seine Anhänger begründet. Freie und faire Wahlen seien unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich, sagte er am Sonntag in Harare und rief die Vereinten Nationen zum Eingreifen auf.

In der am Sonntag in New York verbreiteten Erklärung sprach Ban von einer zutiefst besorgniserregenden Entwicklung für die Zukunft der Demokratie in Simbabwe. „Die Gewalt- und Einschüchterungskampagne, die diese Wahlen beherrschte, hat den Menschen dieses Landes einen schlechten Dienst erwiesen und muss sofort beendet werden“, forderte der Uno-Chef.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte bereits am Samstag angekündigt, das Thema kommende Woche erneut vor den Uno-Sicherheitsrat zu bringen. Derzeit führen die USA den Vorsitz im höchsten Uno-Gremium.

Washington forderte die Regierung des umstrittenen Präsidenten Robert Mugabe zum Einlenken auf: „Allen Parteien sollte es möglich sein, an den gesetzmäßigen Wahlen teilzunehmen und nicht Ziel von Einschüchterung und ungesetzlichen Aktionen der Regierung, bewaffneter Milizen und der sogenannten Kriegsveteranen werden.“

EU-Chefdiplomat Javier Solana äußerte Verständnis für Tsvangirais Entscheidung. Die „systematische Kampagne der Gewalt, der Behinderung und der Einschüchterung durch die simbabwischen Behörden“ erkläre diesen Schritt. „Unter diesen Bedingungen sind die Wahlen eine Parodie der Demokratie geworden, die des heutigen Afrikas nicht würdig ist.“

Seite 1:

Sorge um Lage in Simbabwe nimmt zu

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%