Reaktionen auf Syriza-Sieg
EU-Parlamentspräsident fordert „stabile Regierung“

Bei den Parlamentswahlen in Griechenland ist die linke Syriza als Sieger hervorgegangen. EU-Parlamentspräsident Schulz verlangt eine „stabile Regierung“, und Frankreichs Präsident Hollande gratuliert.

BrüsselNach der Parlamentswahl in Griechenland hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) den linken Wahlsieger Alexis Tsipras zu einer raschen Regierungsbildung aufgefordert. Griechenland brauche schnell eine „stabile Regierung“, schrieb Schulz am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der französische Präsident François Hollande nannte das Wahlergebnis bei einem Besuch in Marokko einen „beachtlichen Erfolg“ für Tsipras und seine Syriza-Partei. Griechenland stehe „eine Periode der Stabilität mit einer soliden Mehrheit“ bevor. Auch Pablo Iglesias, Vorsitzender der linken spanischen Podemos-Partei, gratulierte per Twitter zum Sieg.

Gianni Pitella, Präsident der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament, der unter anderem die SPD angehört, nannte den Ausgang der Wahl einen „Sieg für die Demokratie und die pro-europäischen Kräfte und eine Niederlage für die Rechte“. Er forderte Tsipras auf, eine Koalition mit der Mitte-Partei To Potami und den Sozialisten (Pasok und Demokratische Linke) einzugehen. Dieser Aufforderung kommt der Premier offenbar nicht nach: Alles deutet auf eine Wiederauflage der Koalition mit den Rechten von Anel hin.

Tsipras ist deutlicher Sieger der Parlamentswahl vom Sonntag. Nach Auszählung von gut 50 Prozent der Stimmen lag seine Syriza-Partei mit 35,54 Prozent auf dem ersten Platz - siebeneinhalb Prozentpunkte vor der konservativen Nea Dimokratia, die 28,07 Prozent erreichte. Deren Vorsitzender Evangelos Meimarakis räumte seine Niederlage ein.

Syriza schnitt nur wenig schlechter als bei der Parlamentswahl im Januar ab, als die Partei 36,3 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Allerdings dürfte das Ergebnis nicht reichen, um Syriza eine absolute Mehrheit im Parlament zu sichern - auch wenn die stärkste Partei einen Bonus von 50 Mandaten erhält. Tsipras wird daher einen Koalitionspartner brauchen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Steffen Daniel Meyer
Steffen Daniel Meyer
Handelsblatt Online / Social-Media-Redakteur
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