Reaktionen
IWF-Chefin sieht schwere Euro-Krise abgewendet

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht das Risiko einer schweren Euro-Krise vorerst abgewendet. Am Nachmittag beraten die Euro-Finanzminister über die Ergebnisse des Schuldenschnitts
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New YorkNach dem offenbar erfolgreichen Schuldenschnitt für Griechenland hat sich IWF-Chefin Christine Lagarde optimistisch zur Eurokrise geäußert. Das Risiko einer «schweren Krise» sei vorerst abgewendet worden, sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Sender PBS. Es scheine, als werde der geplante Schuldenschnitt glatt über die Bühne gehen. Die Zahlen seien «vielversprechend», sagte sie in der Sendung «Charlie Rose» und fügte hinzu: «Frühling liegt in der Luft.»

Angesichts eines geringen Wachstums und weiterhin teils hoher Schuldenberge innerhalb der Eurozone gebe es aber noch viel zu tun, mahnte die IWF-Chefin. Auch US-Finanzminister Timothy Geithner lobte die Anstrengungen der Euro-Staaten im Bemühen um eine Beilegung der Währungskrise. Dank der Maßnahmen der Euro-Länder sei das Risiko gesunken, dass Europa große Schäden in der Weltwirtschaft anrichten könne, sagte er demselben US-Sender.

Am Donnerstagabend war aus Regierungskreisen in Athen verlautet, dass die Beteiligung privater Gläubiger am Schuldenschnitt für das Land bei mehr als 85 Prozent liege. Wenn die Regierung die Umschuldungsklauseln (CAC) aktiviere, die ihr erlauben, Gläubiger zur Teilnahme an der Aktion zu zwingen, könne die Beteiligung fast 95 Prozent erreichen, sagte ein Regierungsvertreter.

Finanzminister Evangelos Venizelos kündigte an, er werde gegen Mittag bei einer Pressekonferenz das Ergebnis des Schuldenschnitts kommentieren. Wie es dann konkret weitergeht, dürfte erst nach den Beratungen von Finanzminister Evangelos Venizelos mit seinen Kollegen aus den anderen 16 Euroländern bekanntwerden. Die Euro-Finanzminister wollen sich in einer Telefonkonferenz am frühen Freitagnachmittag mit den Ergebnissen des griechischen Anleihetausch-Angebots beschäftigen.

Interaktive Infografik

Griechenland: Staatsverschuldung von 2007 bis 2011

in Mrd. Euro


Auf der Tagesordnung steht auch die endgültige Freigabe des Anfang März grundsätzlich beschlossenen 130-Milliarden- Hilfspakets für Griechenland. Das Land hängt bereits seit 2010 am internationalen Finanztropf und hatte damals Hilfszusagen von 110 Milliarden Euro bekommen. Bald danach zeigte sich aber, dass diese Kredite nicht ausreichen, um Griechenland dauerhaft vor der Pleite zu bewahren. Ausgangspunkt für den im Detail äußerst komplizierten Schuldenschnitt ist ein Anleihevolumen von 206 Milliarden Euro. Die Grundsatzvereinbarung mit den Banken sieht einen Forderungsverzicht von 53,5 Prozent vor. Der griechische Schuldenberg würde also im Optimalfall um mehr als 100 Milliarden Euro gestutzt. Anleger sollen, so das Angebot, im Tausch für ihre alten Anleihen neue Bonds mit längerer Laufzeit und niedrigerer Verzinsung bekommen.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Entweder Lagarde lügt = unfähig
    oder sie weiß es nicht besser = unfähig,

    also die besten Voraussetzungen für einen Top-Job beim
    IWF und inzwischen auch bei er EZB.

  • es ist doch egal in Frankreich. Das ist doch das Dilemma genauso wie in Deutschland. Ni gauche ni droite heisst dies so schön, bloss was bleibt über? Rechtsaussen, es ist wirklich überall dasselbe und darum auch diese besorgniserregende Verrechtsung. Wenn sie doch endlich mal wieder Politik machen würden, die irgendetwas mit dem Wohlbefinden des States zu tun hâtte und nicht nur hier wegnehmen und woanders reinschütten.

  • Ach soll er doch machen, der Schäuble, dann wissen die zumindest auf wen sie schiessen müssen im Zweifelsfalle.

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