Reaktionen
Nordkorea: Rätseln um Kims dritten Atomtest

US-Medien berichten von Vorbereitungen Nordkoreas für einen weiteren Waffenversuch. Machthaber Kim könnte sich damit für harte Uno-Sanktionen revanchieren. Japan bleibt nicht untätig.

TOKIO. Die japanische Regierung überlegt mögliche Reaktionen auf einen zweiten Atomtest Nordkoreas. "Wenn tatsächlich so ein Ereignis passiert, werden wir in der nötigen Weise reagieren und vor allem mit anderen betroffenen Ländern kooperieren", sagte Außenminister Hirofumi Nakasone am Freitag. Medien in den USA und Japan hatten zuvor aus Geheimdienstquellen berichtet, Nordkorea bereite einen weiteren Kernwaffenversuch vor, um eine Reaktion auf harte Sanktionen des Weltsicherheitsrats parat zu haben.

Am heutigen Freitag entscheidet der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York voraussichtlich über Strafen für das abgeriegelte Land. Nordkorea zündete erstmals im Oktober 2006 eine Atombombe. Entgegen internationaler Auflagen hatte Pjöngjang dann im vergangenen Monat eine weiterentwickelte Waffe getestet.

In den USA hatten die Fernsehsender CNN und Fox aus amerikanischen Regierungsquellen von Vorbereitungen für einen neuen Nukleartest berichtet. Geheimdienste hätten Hinweise aufgefangen, dass Nordkorea einen weiteren Sprengkörper bereitmache. Vertreter des südkoreanischen Geheimdienstes beruhigen jedoch, es gebe keine konkreten Anzeichen für Vorbereitungen. "Dass Nordkorea in nächster Zeit einen dritten Atomtest durchführt, sehen wir nicht", zitierte die Nachrichenagentur Yonhap einen Beamten. Auch die USA wiegeln ab. "Ich denke nicht, dass sich die Haltung Nordkoreas in einer Weise gewandelt hat, die eine Absicht zu militärischen Handlungen nahe legen würde", sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates.

Auch Chefunterhändler Stephen Bosworth sah sogar trotz der verfahrenen Lage Anlass zur Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Streits. Nordkorea habe die Tür für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch offen gelassen, berichtete er in Washington vor dem Senat. Wenn die USA geduldig blieben und ihren Kurs beibehielten, seien die Chancen für Fortschritte gut, sagte Bosworth. "Diplomatische Kontakte bleiben möglich, wenn Nordkorea ein Interesse daran zeigt, seine internationalen Beziehungen zu verbessern. Wenn nicht, müssen die USA tun, was sie tun müssen, um ihre Sicherheit zu garantieren."

Der japanische Chefkabinettssekretär Takeo Kawamura drängt Nordkorea ebenfalls mit deutlichen Worten zur Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn und Amerika. Die Resolution des Sicherheitsrats zu akzeptieren sei der einzige Weg für Nordkorea, in der Weltgemeinschaft zu überleben.

Als Reaktion auf Sanktionen hatte Nordkorea zuvor in scharfer Sprechweise Vergeltung angedroht. Doch laute Töne gehören im Umgang mit dem stalinistisch regierten Land zum Normalprogramm. Nordkorea hat allen Grund, weitere Sanktionen zu fürchten. Das Hyundai Economic Research Institute in Seoul hat ausgerechnet, dass dem verarmten Land bis zu 3,7 Mrd. Dollar an Wirtschaftsleistung verloren gehen, wenn das Ausland den ohnehin schon kargen Handel komplett einstellt.

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