Reaktionen zum Tode Ibrahim Rugovas: „Sein Bekenntnis zu Demokratie ist unser Auftrag“

Reaktionen zum Tode Ibrahim Rugovas
„Sein Bekenntnis zu Demokratie ist unser Auftrag“

Politiker aus aller Welt haben sich bestürzt über den Tod von Ibrahim Rugova, Präsident des Kosovos, gezeigt. In der Trauer um den Verlust des Vorkämpfer sind sich alle einig: Die Verhandlungen um die Unabhängigkeit der Region müssen weitergehen.

HB BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte am Samstag in Berlin, Rugova habe auch in schwierigster Zeit stets seine Ziele mit friedlichen Mitteln verfolgt. Unter seiner Führung habe der Kosovo substanzielle Fortschritte auf dem Weg zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft gemacht. „Ibrahim Rugovas Bekenntnis zu Gewaltfreiheit und Demokratie ist Auftrag und Vermächtnis für all jene, die im Kosovo politische Verantwortung tragen“, betonte Merkel. „Dies gilt vor allem für die laufenden Gespräche über den künftigen Status des Kosovo.“

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier übermittelte den Menschen im Kosovo seine Anteilnahme. Rugova sei Deutschland seit vielen Jahren eng verbunden gewesen. „Die Bundesregierung hat die Erwartung, dass die politische Führung des Kosovo dem Ziel eines multiethnischen, demokratisch verfassten Kosovo (...) verpflichtet bleibt und die Statusgespräche in diesem Sinne fortsetzen wird.“

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac appellierte in Paris an die Vertreter des Kosovos, die Gespräche über die Zukunft der Provinz in Rugovas „Geist des Realismus, der Toleranz und des Dialogs“ fortzuführen. Der Tod Rugovas zum jetzigen Zeitpunkt könnte nicht tragischer sein, erklärte Chirac mit Blick auf die Gespräche.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat mit großer Trauer auf die Nachricht vom Tod Rugovas reagiert. „Herr Rugova hat sein Leben lang wahre Führungskraft bewiesen und sich für eine friedliche Lösung im Kosovo eingesetzt“, erklärte Annan am Samstagabend durch einen UN-Sprecher. Er vertraue auf die politische Reife der südserbischen Unruheregion und darauf, dass Rugovas Tod die bevorstehenden Verhandlungen über die politische Zukunft der Provinz nicht unterbrechen wird. Annan appellierte an alle politischen Kräfte im Kosovo, einig zu bleiben und ihre volle Zusammenarbeit mit dem UN-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari fortzusetzen. Er sprach den Bewohnern des Kosovos und ganz besonders der Familie von Rugova sein tiefes Mitgefühl aus. Das Kosovo wird zur Zeit von den Vereinten Nationen verwaltet.

Der Chef der UN-Verwaltung in Pristina, Soeren Jessen-Petersen, würdigte in einer Stellungnahme Rugova als eine „weise, engagierte und warme„ Person, der internationalen Respekt genossen habe. Jessen-Petersen rief die Politiker und das Volk zu Einheit und Besonnenheit in diesem „entscheidenden“ Moment für die Zukunft der Provinz auf.

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