Reallöhne
Griechen mit größtem Plus der EU-Staaten

Um knapp 40 Prozent sind die Reallöhne in Griechenland zwischen 2000 und 2008 angestiegen. In Deutschland gingen die Löhne dagegen zurück. Das geht aus Berechnungen der EU-Kommission und der Hans-Böckler-Stiftung hervor.
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DüsseldorfBei der Diskussion über die Ursachen für die Misere Griechenlands wird die dortige Lohnpolitik eher am Rande genannt. Dabei haben die Griechen durch die massive Steigerung ihrer Reallöhne im vergangenen Jahrzehnt ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verschlechtert. Wie aus Berechnungen der EU-Kommission und der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf hervorgeht, konnten sich die griechischen Beschäftigten über die höchsten Reallohn-Steigerungen aller Arbeitnehmer in den 15 „alten“ EU-Staaten freuen.

Zwischen 2000 und 2008 stiegen die Reallöhne in Griechenland demnach um 39,6 Prozent. In Deutschland waren die Reallöhne im gleichen Zeitraum mit minus 0,8 Prozent rückläufig. Nirgendwo sonst in der EU wurde laut der Statistik so wenig Lohn-Zurückhaltung an den Tag gelegt wie in Griechenland, nirgendwo so viel wie in Deutschland.

Das wirkte sich auch bei den Arbeitskosten aus: Während die Kosten pro Arbeitsstunde in Deutschland zwischen 2000 und 2009 um durchschnittlich 1,9 Prozent stiegen, verteuerten sie sich in Griechenland in diesem Zeitraum doppelt so stark: Der durchschnittliche Kostenanstieg betrug dort 3,8 Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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    Der ganze Zustand ist natürlich Scheiße.
    Da kann man machen nichts, harren der Dinge die da kommen.
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  • @Ernst,
    Auch in Italien gibt es einige Sachen die verbessert werden könnten. Aber tragisch ist dass man diese Halbwahrheit nutzt um vom echtem Problem abzulenken und wenn es diese Halbwahrheiten nicht gäbe würde man sie erfinden.
    Es gibt in Italien keine vergleichbare soziale Leistung wie Hartz IV, die Familie ist dort das Soziale Netz, dadurch spart der Staat viel Geld. Das wird aber in den Medien nie erwähnt, dafür wird aber viel über angeblicher Frühverrentung geschrieben, was auch in Einzelfällen stimmt, was aber keine wesentliche Rolle spielt. Gebe es die Rente mit 65 nicht, würden noch mehr gut ausgebildete junge Italiener ihre Heimat für ferne Kontinente verlassen und das für immer. Das ist für den Mensch selbst, für Italien und für Europa keine gute Entwicklung. Währenddessen werden in Deutschland gerade solche Leute gesucht. Das Problem kann nur durch eine stärkere Wirtschaftskonvergenz und durch eine vertikale Arbeitsteilung zwischen den Euroländer gelöst werden. Es geschieht aber leider gerade das Gegenteil.

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    Man merkt daß Ihre Politikerkaste von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, das ganze resultiert nicht aus Willkür.
    Wenn einem Land ohne Industrie aus Deutschland und Frankreich, ausschließlich für Konsum und Millitär in den vergangenen 15 jahren hunderte von Milliarden zu teil wurde, ist das verschenktes Geld mit Vorsatz.

    Wohl eher wird da noch eine gewaltige Portion Millitarisierung dieses Landes im Spiel sein, die wohl gegen wen gerichtet sein dürfte?
    Sind wir wirklich Bündnispartner ?
    Gegen die Russen waren wir gut genug, scheinbar hat man nun, nach dem diese Not ja nicht mehr so drängt, Anderes vor.

    Ihr seid das Unaufrichtigste was die Menscheitsgeschichte zu bieten, ich gönne euch ein zehnmal größeres leid, als daß ihr gerade zu durchleben habt.
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