Rebellen in Not: Widerstand gegen Gaddafi bricht zusammen

Rebellen in Not
Widerstand gegen Gaddafi bricht zusammen

Während Gaddafis Truppen die Aufständischen immer weiter zurückdrängen, schaut die Welt fast tatenlos zu. Statt konkreter Hilfe soll es weitere Beratungen im Uno-Sicherheitsrat geben.
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TripolisDie Aufständischen in Libyen haben der Militärmacht von Staatschef Muammar al-Gaddafi immer weniger entgegenzusetzen. Nach den jüngsten Gebietsgewinnen im Osten gehen die Truppen des Regimes nun gegen die zuvor von ihnen eingekesselten Städte im Westen des Landes vor. Ein Augenzeuge sagte dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira am Dienstag, die Aufständischen hätten innerhalb weniger Stunden die Kontrolle über die Kleinstadt Suwara nahe der tunesischen Grenze verloren. Unter Beschuss liegt Misurata,
eine andere Stadt im Westen.

Mehrere Rebellenkommandeure hatten am Montag angedeutet, dass sie ein Blutbad befürchten, falls sich die internationale Gemeinschaft nicht zur Einrichtung einer Flugverbotszone durchringen sollte. Ein Amnestie-Angebot der Führung für „reuige“ Rebellen, die ihre Waffen abgeben, machte auf die Aufständischen nicht viel Eindruck. Ein Sprecher der Rebellen in Misurata sagte, Gaddafi habe inzwischen so viel Angst vor Verrat in den eigenen Reihen, dass er sich nur noch auf seine Söhne verlasse. Möglicherweise stehe die entscheidende Phase diese Konflikts bevor, hieß es. Angeblich bot Gaddafi den Rebellen, die ihre Waffen niederlegen, eine Amnestie an, wie das libysche Staatsfernsehen berichtete.

Die internationale Gemeinschaft kann sich auch weiterhin nicht auf ein Vorgehen gegen den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi einigen. Bei einem Treffen der Außenminister aus sieben Industrienationen und Russland (G8) wurden am Montagabend in Paris abermals Differenzen über die Einrichtung einer Flugverbotszone deutlich. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach anschließend von weiterem „Gesprächsbedarf“. Die Außenminister vereinbarten weitere Beratungen im UN-Sicherheitsrat.

Nach Angaben Westerwelles soll es bei den Beratungen im Sicherheitsrat auch um „gezielte politische Sanktionen gehen“, was Deutschland will. Die Bundesregierung sei jedoch immer noch „außerordentlich skeptisch“ in Bezug auf ein militärisches Eingreifen. „Ich will nicht, dass Deutschland in Nordafrika dauerhaft in einen Krieg hineingezogen wird“, sagte der FDP-Vorsitzende.

In New York hatte der Sicherheitsrat zuvor auf Drängen der Arabischen Liga erstmals Beratungen über ein Flugverbot aufgenommen. Der Libanon, derzeit einziges arabisches Land in dem Gremium, hatte die Sperrung des libyschen Luftraums offiziell beantrag. Es gebe aber noch viele Fragen, die niemand beantworten könne, sagte der libanesische UN-Botschafter Nawaf Salam anschließend vor Journalisten. Er wolle jetzt mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich den Entwurf für eine Resolution ausarbeiten.

Die Luftangriffe der Gaddafi-Truppen bedeuten für die nur leicht bewaffneten Regimegegner einen bedeutenden strategischen Nachteil. „Wir brauchen Waffen von der internationalen Gemeinschaft, um Gaddafi bekämpfen zu können“, sagte der Rebellen-Kommandeur Mohammed Abdelrahim in Bengasi der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. „Stattdessen sieht die Welt zu, wie dieser Kriminelle sein Volk abschlachtet.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hier geht es sicher nicht darum sich in die Geschichte eines Landes einzumischen. Keine Regierung darf das Recht haben die eigene Bevölkerung zusammen zu schiessen. Der Souverän ist das Volk.

  • Das ist aber im Rahmen eines UN Mandates anders zu bewerten.

  • Man kann und darf nicht immer und überall den Geschichts-Regisseur spielen und sich in innenpolitische Angelegenheiten einmischen! Jede Nation hat ein Recht auf Staatssouveränität!

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