Rebellen in Syrien
„Wir stehen an der vordersten Front zur Befreiung Aleppos“

Mit unerbärmlicher Gewalt bekämpfen sich die Rebellen und die Armee in der syrischen Metropole Aleppo. Vor der historischen Festung Aleppos wähnen sich die Rebellen kurz vor dem Sieg.
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AleppoIm Kampf um Aleppo stehen die syrischen Rebellen vor der historischen Zitadelle der Millionenmetropole. Die auf einem Hügel stehende 800 Jahre alte Festung, die einst als Symbol für arabische Militärmacht stand und zuletzt Touristenattraktion war, war am Mittwoch knapp 200 Meter vom vordersten Posten der Aufständischen entfernt.

Auf der zur Zitadelle führenden Hauptstraße seien sie in den vergangenen zwei Tagen nur wenige Meter vorangekommen, berichteten Kämpfer. Sie markierten die Grenze des gewonnenen Bodens mit einem quer auf der Straße stehenden verbeulten roten Bus, über dem die grün-weiß-schwarze Flagge der Rebellen flatterte.

„Wir stehen an der vordersten Front zur Befreiung Aleppos. Von hier ist der Hauptplatz Saadallah al-Dschabri nur 700 Meter weg“, sagte der 23-jährige Mohammed. Auf dem Platz haben viele Dienststellen der Regierung ihren Sitz.

Seine Kameraden und er hofften, Saadallan al-Dschabri in den kommenden Tagen erobern zu können. Vor den ihnen an Feuerkraft überlegenen Truppen der Regierung fürchteten sie sich nicht.

Richtig wirksam sei nur der Einsatz von Infanteristen. „Aber dazu fehlt ihnen aus Angst vor Verlusten der Wille.“ Deshalb beschössen die Soldaten die größte syrische Stadt mit Artillerie und Panzern.

Russland warf beiden Konfliktparteien die Verletzung von Menschenrechten vor. Das belegten Bilder, die offenbar Rebellen beim Töten von Anhängern von Präsident Baschar al-Assad zeigten, sagte Vizeaußenminister Gennadij Gatilow Mittwoch in Moskau. Alle Beteiligten müssten die Gewalt beenden.

Die Bilder, zu sehen in einem Video, das im Internet veröffentlicht wurde, könnte die Wiederstandsbewegung in Erklärungsnot bringen. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht unabhängig überprüft werden.

Russland stellt sich, zusammen mit China, im UN-Sicherheitsrat gegen eine Syrien-Resolution. Morgen sollen die Vereinten Nationen jedoch in einer symbolischen Resolution das Regime scharf verurteilen. Darin werden auch die Vetos von Russland und China kritisiert.

Die USA haben am Mittwoch außerdem bekannt gegeben, dass sie die Rebellen in Syrien mit mehr Hilfsgeldern unterstützen. Insgesamt geben die USA rund 25 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro).

Das Geld ist nach Angaben der US-Regierung für sogenannte „nicht-tödliche“ Ausrüstung bestimmt, darunter Medizin und Kommunikationstechnik.

Washington stellt zudem 64 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe durch die Vereinten Nationen und anderen Gruppen zur Verfügung. Die USA fordern den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zum Rückzug auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rebellen in Syrien: „Wir stehen an der vordersten Front zur Befreiung Aleppos“"

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  • Naiv, naiv, naiv!

    Wer glaubt hier gehe es um den Kampf um Demokratie und Freiheit und daher auch um eine moralisch scheinbar "rechtmäßige" "verbale" Unterstützung der Rebellen, der ist ein Narr.

    Hier geht es um handfeste GEOPOLITIK der Großmächte, um Bodenschätze, Erdgas.

  • Das ist 1:1 wie Russland mit Tschetschenien.

    Damals wurden die "Freiheitskämpfer", die in Tschetschenien einen islamistischen Gottesstaat wollten, auch von der CIA finanziell unterstützt sowie ausgebildet und mit Waffen versorgt.

    Unter Jelzin hat die russische Armee nur Häuserkämpfe geführt, um die Verluste in der zivilen Bevölkerung zu begrenzen. So ein Krieg - wie man den u.a. in Afghanistan sieht - kann aber nicht gewonnen werden.

    Erst als Putin kam und in Tschetschenien alles was nach einem Moslemarsch aussah platt macht, gab es endlich Ruhe.


    Damit ist für Assad klar was zu tun:

    die Widerstandshochburgen dem Erdboden gleich machen und auch dafür sorgen, dass es keinen terroristischen Nachwuchs gibt und dann Aleppo umstellen und Haus für Haus durchgehen. An den Grenzen alles abknallen, was nach einem Muselmann aussieht.

    Und wenn es geht, dann Hilfe beim Iran anfordern. Das stärkt die Psychologie der eigenen Truppen.

  • Hab gerade in WDR2 polenz von der CDU gehoert . Mir als CDU Sympatisant haben sich die Nackenhaare hochgestellt.Sie haben sich also mit der Opposition getroffen um nach Assat eine Demokratie einzu fuehren.Der Sprecher vom WDR meinte ob der westen nicht militaerisch eingreifen muesse.Russland und China werden natuerlich mit Begeisterung zuschauen. Haben wir eigendlich nur noch Kriegshetzer die letztlich die Konsequenz aussen vorlassen.

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