Rebellen kündigen Sturm auf die Hauptstadt an
Deutsche sollen Haiti verlassen

Deutschland und Frankreich haben ihre Bürger angesichts der Kämpfe in Haiti zum Verlassen des Landes aufgerufen.Unterdessen kündigten die Rebellen einen Marsch auf die Hauptstadt Port-au-Prince an, um Präsident Jean-Bertrand Aristide zu stürzen.

HB PORT-AU-PRINCE. Der militärische Führer der Widerstandsfront, Guy Philippe, sagte in einem Radiointerview, die Erstürmung der Hauptstadt werde schon in den nächsten Tagen beginnen. Zuvor solle noch die Saint-Marc (rund 100 Kilometer nördlich von Port-au-Prince) befreit werden. Am Montag lief die Frist für die Annahme eines internationalen Friedensplans ab.

Die Sicherheitslage in Haiti werde sorgfältig beobachtet, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Der zuständige Krisenstab tage regelmäßig. Bereits seit dem 11. Februar rät das Außenamt Deutschen auszureisen, wenn das sicher möglich und ihre Anwesenheit in Haiti nicht unbedingt erforderlich ist. Auch der französische Außenminister Dominique de Villepin sagte im Rundfunk: „Wir sind überzeugt, dass alle, die nicht die Pflicht haben, vor Ort zu sein, nicht bleiben sollten.“ Paris und Washington bemühen sich um eine friedliche Beendigung des Konflikts in Haiti.

Am Sonntag hatten gut bewaffnete Rebellen Cap Haitien an der Nordküste Haitis gestürmt und die Polizei vertrieben. Philippe erklärte, die 200 Angreifer hätten nicht einen einzigen Mann verloren. Auf Seiten der Verteidiger kamen acht Menschen um. Nach der Eroberung kam es in der Stadt zu Freudenfeiern und Plünderungen. Präsident Aristide weigerte sich, den Fall der Stadt anzuerkennen.

USA schicken Soldaten

Bis Montag 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 MEZ) sollte das Oppositionsbündnis Demokratische Plattform mitteilen, ob es den am Samstag vorgelegten Friedensplan der internationalen Gemeinschaft annimmt. Die Chancen dafür galten als gering, da der Plan Aristide erlaubt, bis zum Ende seiner fünfjährigen Amtszeit im Februar 2006 Präsident zu bleiben.

Die USA entsenden 50 Marineinfanteristen nach Haiti. Wie der Nachrichtensender CNN am Montag berichtete, sollen die Soldaten die US-Botschaft in Port-au-Prince schützen. Sie hätten keine weiter gehenden Aufgaben.

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