Rebellenberichte
Syrisches Militär richtet Aufständische hin

Mit aller Härte gehen syrische Truppen gegen Aufständische in der Grenzstadt Talkalach vor. Flüchtlinge berichten von hinrichtungsartigen Erschießungen. Das Regime weißt die Anschuldigungen von sich.
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BeirutBei schweren Gefechten in der von syrischen Truppen belagerten Stadt Talkalach im Westen des Landes sind Aktivisten zufolge in den vergangenen Tagen 53 Menschen getötet worden, darunter 19 Soldaten. Im Libanon von Talkalach ankommende Flüchtlinge berichteten von Szenen hinrichtungsartiger Erschießungen und vielen Leichen in der 70.000 Einwohner zählenden Stadt.

Die Angaben von Gewährsleuten in der Stadt waren widersprüchlich und sind nicht überprüfbar, weil Syrien ausländischen Journalisten die Berichterstattung über den seit zwei Monaten andauernden Konflikt untersagt hat. Ein Aktivist berichtete von schweren Gefechten zwischen bewaffneten Zivilpersonen und Soldaten; von ihm stammt auch die Zahl von 19 getöteten Soldaten. Ein anderer, Musafa Oss, sagte, er könne einen bewaffneten Widerstand der Zivilbevölkerung nicht bestätigen. Seine Menschenrechtsgruppe gehe Berichten nach, dass Sicherheitskräfte auf Soldaten geschossen haben sollen, die sich geweigert hätten, auf Zivilpersonen zu schießen.

Syrien verurteilte unterdessen die von den USA gegen Präsident Baschar Assad persönlich verhängten Sanktionen. An den „unabhängigen Entscheidungen und der Standfestigkeit“ Syriens ändere sich nichts, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA. Es wurde erwartet, dass Syrien in der von Obama für den Abend angekündigten Grundsatzrede zur Nahostpolitik ein zentraler Punkt ist.

Der Sprecher des Weißen Hauses, James Carney, sagte am Mittwoch bei der Bekanntgabe der Sanktionen gegen Assad, in Syrien sei keine Rückkehr zum Status quo vor Beginn der Protestbewegung vor zwei Monaten mehr möglich. „Syriens Zukunft wird nur von einer Regierung gesichert, die dem Willen des Volkes entspricht“, sagte er.

Seit Mitte März wurden beim harten Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Protestbewegung 850 Menschen getötet.

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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