Rebellenchef fordert Duell

Wilder Westen in der Ukraine

Vorschlag aus einer anderen Zeit: Ein ostukrainischer Rebellenführer fordert den Präsidenten zu einem „ehrlichen Duell“ heraus. Wahl des Ortes und der Waffen überlasse er Petro Poroschenko. Kiew kontert schlagfertig.
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Igor Plotnizki (rechts) und Alexander Sachartschenko sind Führungsfiguren bei den Separatisten in der Ostukraine. Quelle: dpa

Igor Plotnizki (rechts) und Alexander Sachartschenko sind Führungsfiguren bei den Separatisten in der Ostukraine.

(Foto: dpa)

KiewEin Rebellenführer aus der Ostukraine hat Präsident Petro Poroschenko am Mittwoch zum tödlichen Duell aufgefordert. Mit einem „ehrlichen Duell“ könnten „auf Kosten eines Lebens“ die Leben von tausenden Menschen gerettet und Frieden hergestellt werden, schrieb der „Regierungschef“ der selbstproklamierten Volksrepublik Lugansk, Igor Plotnizki, in einem offenen Brief an Poroschenko.

„Jede Partei darf zehn Zeugen und zehn Medienvertreter mitbringen“ – auch eine Live-Übertragung im Fernsehen sei ihm recht, schrieb der bullige Separatist an den Staatschef. „Ich überlasse Ihnen die Wahl des Ortes und der Waffen.“ Wem nütze es, „Hass zu schüren, Menschen zu töten, die Wirtschaft und die Städte zu zerstören“, fragt der 50-Jährige in dem Brief. Es wäre besser, „dem durch ein ehrliches Duell ein Ende zu setzen“.

Die Reaktion Kiews ließ nicht lange auf sich warten. Der Rebellenführer sei „nur eines einzigen Duells würdig: dem mit der ukrainischen Justiz“, schrieb Außenamtssprecher Jewgen Perebjinis auf Twitter. Plotnizki ist beschuldigt, die ukrainische Luftwaffenpilotin entführt und nach Russland gebracht zu haben. Sawtschenko wird in Moskau vorgeworfen, an einem Einsatz beteiligt gewesen zu sein, bei dem zwei russische Journalisten getötet wurden.

In sozialen Netzwerken stieß Plotnizkis Duell-Forderung auf ein breites Echo. Zur Wahl der Waffen wurde unter anderem ein „Schachbrett“ vorgeschlagen oder ein Duell in „englischer Sprache“.

  • afp
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5 Kommentare zu "Rebellenchef fordert Duell: Wilder Westen in der Ukraine"

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  • Was ist bei Waffengleicheit daran besonders?

    Bei uns gibt es doch nur deshalb keine geistigen Duelle mit den Politikern, weil diese völlig unbewaffnet sind. Das gebietet der Anstand.

  • Bei Licht besehen sollte man sich in Zeiten von Massenvernichtungsmitteln, wo gerade bei der Zivibevölkerung
    Kollateralschäden zu beobachten sind, die das Erträgliche weit übersteigen, Gedanken über eine "ritualisierte" Kriegsführung machen.

    Der Vorschlag von Plotnizki scheint zwar aus der Zeit gefallen zu sein, aber gerade weil er "postmodern" ist, hat er progressive Substanz, die man nicht nur und ausschließlich als Witz abtun sollte.

  • >> Wilder Westen in der Ukraine >>

    Wenn man sich die neugewählten Parlamentsabgeordneten mal anschaut, so hat tatsächlich der Wilde Westen, oder eher der Wilde Osten, Einzug in der Ukraine gehalten :

    Video

    https://www.youtube.com/watch?v=-Vz8_nwqGO8

  • warum nicht? gute Idee!

  • Das "Duell" zwischen Heerführern war immerhin, wenn auch eine altertümliche Art, in Vorzeiten Praxis, unnötiges Bluvergießen zu vermeiden.

    Na ja, diese Zeiten sind lange vorbei, was ich zugestanderweise etwas bedauere LOL

    Es waren die Zeiten des "ritterlichen" Kampfes wo der Gegner kein absoluter "Feind" war, den es bis auf den Grund zu vernichten galt, sondern dem Gegner wurde eine spirituelle Substanz zugesprochen, um "Gott" durch ein Gottesurteil sprechen zu lassen.

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