Rebellenhochburg
Rotes Kreuz bereitet Rettung von Zivilisten vor

Die syrische Armee und die Rebellen wollen eine Kampfpause einlegen, damit die Bewohner aus Homs in Sicherheit gebracht werden können. Hunderte Zivilisten seien dort eingeschlossen. Ob die Mission klappt, ist ungewiss.
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Beirut/Los CabosHoffnung für die seit Tagen in der umkämpften syrischen Rebellenhochburg Homs eingeschlossenen und verletzten Zivilisten: Die Regierungstruppen und die Aufständischen haben nach Angaben des Roten Kreuzes einer vorübergehenden Feuerpause zugestimmt, damit die Hilfsorganisation Hunderte Bewohner in Sicherheit bringen kann. Rettungsteams stünden bereit und warteten nur darauf, dass letzte Vorbereitungen abgeschlossen würden, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Mittwoch mit.

Von einer Entspannung der Lage konnte dennoch keine Rede sein. Auch am Mittwoch kam es wieder zu heftigen Kämpfen mit zahlreichen Toten. So stürmten Rebellen in der Nacht nach Angaben der oppositionellen Beobachterstelle für Menschenrechte Unterkünfte der Armee und brachten mindestens 20 Soldaten um. Außerdem nahmen die Aufständischen demnach mehrere Gefangene, darunter einen Oberst, und sie eroberten Maschinengewehre und Panzerabwehrraketen. Zwei der drei Gebäude, die sie bis 5.00 Uhr in der Früh über Stunden hinweg attackiert hätten, seien schließlich eingestürzt.

Die Kämpfe ereigneten sich in der Küstenprovinz Latakia, in der es bis vergangenen Monat noch relativ friedlich zuging. Die Rebellen gehen nach Angaben von Assad-Gegnern seit einigen Wochen verstärkt gegen die syrischen Truppen vor, nachdem der Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan keine Wirkung gezeigt hatte.

Homs ist einer der zentralen Schauplätze des seit mehr als 15 Monaten anhaltenden Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad. Die Auseinandersetzungen in den vergangenen eineinhalb Wochen müssen besonders schlimm gewesen sein. Seit mehr als zehn Tagen tobten in mehreren Vierteln der drittgrößten syrischen Stadt Kämpfe, sagte die regionale Einsatzleiterin des IKRK, Beatrice Megevand-Roggo. „Hunderte Zivilisten stecken in der Altstadt fest. Sie können nicht weg und Zuflucht in sichereren Gegenden finden, weil die bewaffneten Auseinandersetzungen weitergehen.“

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