Recep Tayyip Erdogan Der Marionettenspieler

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gilt als jähzornig und seine cholerischen Wutanfälle sind gefürchtet. Zunehmend reagiert er gereizt auf Kritik – das zeigt auch der Fall Böhmermann. Doch warum nur?
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Warum lässt der mächtige Erdogan Kritik nicht einfach an sich abtropfen, nach dem Motto, was kümmert es den Mond, wenn der Hund ihn anbellt?
Der türkische Präsident

Warum lässt der mächtige Erdogan Kritik nicht einfach an sich abtropfen, nach dem Motto, was kümmert es den Mond, wenn der Hund ihn anbellt?

AthenEigentlich könnte sich Recep Tayyip Erdogan in seinem riesigen Amtszimmer im Ak Saray, dem Weißen Palast am Stadtrand von Ankara, gelassen in seinen Sessel zurücklehnen. Er hat nicht nur das höchste Staatsamt der Türkei erreicht. Er macht aus der Präsidentschaft auch mehr als seine Vorgänger. Laut der türkischen Verfassung ist das Staatsoberhaupt eigentlich nur auf die Rolle des obersten Repräsentanten festgelegt. Aber Erdogan nimmt sich seit seiner Wahl zum Staatspräsidenten immer mehr Befugnisse heraus.

Niemand wagt ihm reinzureden. Er zieht aus seinem Prunkpalast die Fäden. Der biedere Regierungschef Ahmet Davutoglu gilt als seine Marionette. Wenn Erdogan mit dem Finger schnippt, überschlagen sich die Minister. Seit dem legendären Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk hatte niemand in der Türkei so unumschränkten Einfluss wie Erdogan. Aber für einen Mann, der so viel Macht hat, reagiert der türkische Präsident erstaunlich empfindlich auf Kritik.

Das bekommt jetzt nicht nur der Satiriker Jan Böhmermann zu spüren. Am Mittwoch verhaftete die türkische Polizei im südostanatolischen Sanliurfa sechs Personen wegen des Verdachts der „Präsidentenbeleidigung“. Sie sollen sich in sozialen Netzwerken abfällig über Erdogan geäußert haben. In den ersten 18 Monaten von Erdogans Amtszeit hat die türkische Justiz nach Angaben von Justizminister Bekir Bozdag bereits 1845 Verfahren wegen „Präsidentenbeleidigung“ eingeleitet – mehr als in den 14 Amtsjahren seiner Vorgänger Ahmet Necdet Sezer und Abdullah Gül zusammen. Kein Kavaliersdelikt: Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuches bedroht die Beleidigung des Staatsoberhaupts mit bis zu fünf Jahren und vier Monaten Haft.

Nicht nur Karikaturisten, Kolumnisten und Schriftsteller bekommen den Zorn des Präsidenten zu spüren, sondern sogar Schulkinder. Im Februar 2015 ließ die Staatsanwaltschaft in der Stadt Ayvalik einen 13-Jährigen im Klassenzimmer von der Polizei festnehmen – wegen angeblich beleidigender Äußerungen zu Erdogan bei Facebook. Im vergangenen Oktober leiteten die Ankläger in der Kurdenmetropole Diyarbakir Ermittlungen gegen zwei Minderjährige wegen „Beleidigung“ des Präsidenten ein – die zwölf und 13 Jahre alten Jungen sollen ein Erdogan-Plakat abgerissen haben.

Als Erdogan sein Immobilien-Problem hatte
Recep Tayyip Erdogan
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Recep Tayyip Erdogan hatte sich vor mehr als einem Jahr einen Palast der Superlative bauen lassen. Was seine Gegner scharf kritisierten – und im Wahlkampf gern aufspießten. Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu sagte an die Adresse der „Herren in Ankara“: „Euch wurde ein Palast gebaut, wurden Flugzeuge gekauft, wurden Mercedes gekauft, von denen Ihr gesagt habt, sie würden Peanuts kosten. Vergoldete Klobrillen wurden gemacht. (...) Ihr habt 17 Millionen Bedürftige geschaffen, schämt Ihr Euch nicht?“

Kemal Kilicdaroglu
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Erdogan forderte Kilicdaroglu daraufhin auf, den Palast nach vergoldeten Klobrillen zu durchsuchen. „Sollte er fündig werden, trete ich als Präsident zurück“, sagte Erdogan bei einem Fernsehauftritt. Inzwischen will der Staatspräsident den Oppositionsführer wegen dessen Behauptung sogar verklagen. Erdogans Anwälte forderten 100.000 Lira Schadenersatz von Kilicdaroglu, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Illegal
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Erdogans Palast gerät immer wieder in die Schlagzeilen: Zuletzt im Mai, als das oberste Verwaltungsgericht der Türkei den umstrittenen Bau in Ankara für illegal erklärte. Die Baugenehmigung werde nachträglich aufgehoben, hieß es in der Gerichtsentscheidung. Die Vorsitzende der Architektenkammer in Ankara, Tezcan Karakus Candan, sagte, der „Weiße Palast“ genannte Amtssitz sei in einem Naturschutzgebiet errichtet worden. Die Kammer hatte deswegen vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

Der Hausherr
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Der wegen seiner Größe und Kosten umstrittene Palast war im vergangenen Jahr fertiggestellt worden. Der Palast kostete Erdogans Angaben zufolge umgerechnet rund 400 Millionen Euro und verfügt über mehr als 1150 Zimmer.

Ausbau
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Anfang des Jahres, dass der Palast sogar noch um einen zusätzlichen Wohntrakt mit weiteren 250 Zimmern vergrößert werden soll. Die Residenz des Staatsoberhauptes werde in der Nähe des Palastes errichtet, erklärte die Ortsvorsitzende der türkischen Architektenkammer in Ankara, Tezcan Karakus Candan. Das Oppositionsblatt „Cumhuriyet“ kritisierte damals, die tausend Zimmer des eigentlichen Palast-Komplexes seien für Erdogan wohl noch nicht genug.

Rund eine halbe Milliarde Euro
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Die Zusatzkosten für die Residenz wurden zunächst unter Verschluss gehalten. Das Ministerium hatte zuvor erklärt, der neue Palast habe rund eine halbe Milliarde Euro gekostet, etwa doppelt so viel wie vorgesehen. Candan sagte, neben der Residenz seien auch noch eine Moschee und ein Konferenzzentrum auf dem Palastgelände geplant. Die türkische Opposition wirft Erdogan wegen des Palastes eine Verschwendung von Steuergeldern vor. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück.

In der Empfangshalle
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kurz nach der Eröffnung in seinem umstrittenen neuen Palast. Den Staatsempfang zum Nationalfeiertag und Einweihung des neuen Amtssitzes hatte er abgesagt. Grund sei das Grubenunglück im südtürkischen Ermenek, sagte Erdogan laut der Nachrichtenagentur Anadolu. In der Grube wurden nach einem Wassereinbruch 18 Bergleute vermisst. Erdogan absolvierte Ende Oktober den am Nationalfeiertag obligatorischen Besuch am Mausoleum von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk und nahm im neuen Präsidentenpalast die Glückwünsche von Politikern und anderen geladenen Gästen entgegen.

Warum lässt der mächtige Erdogan Kritik nicht einfach an sich abtropfen, nach dem Motto, was kümmert es den Mond, wenn der Hund ihn anbellt? Weil Gelassenheit offenbar nicht zu seinen Charakterzügen gehört. Ein früherer politischer Weggenosse berichtet, Erdogan fahre schnell aus der Haut. Seine cholerischen Wutausbrüche und sein Jähzorn seien gefürchtet, erzählt der ehemalige Mitarbeiter, der sich nur im Schutz der Anonymität äußern will.

Unkontrollierte Gefühlsausbrüche
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10 Kommentare zu "Recep Tayyip Erdogan: Der Marionettenspieler"

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  • Wenn Türken u. auch andere Nationalitäten Deutschen auf den Kopf herumtanzen, diese schädigen, beklauen, verletzen oder sogar töten ist das eine Seite der Medaille.

    Wir beherbergen sie und lassen sie mit unsere Wohltätigkeiten aus Steuergeldern finanziert in ihrer Segregation neben uns -vielleicht auch zum Glück- leben.

    Stattdessen dürfen sie auch einen deutschen Pass erhalten - ich erinnere nochmals, dafür sorgten vornehmlich Rote und Grüne- ohne tatsächlich Deutscher zu sein.
    Viele treten wie Erdogan die Demokratie mit all ihren positiven Begleiterscheinungen gerade mit Füßen. "Scheiß auf Deutsch" kann beliebig fortgesetzt werden.

    Im Alltag und nicht bei er Poiltik angekommen, sind Disharmonien heute deutlicher zu spüren als noch vor Jahren. Die Migration ist kläglich gescheitert.

    Den sichtbaren Beweis kann man vornehmlich in den prädestinierten Städten und den namentlich bekannten Stadtteilen am besten vor Ort sehen.

    Man braucht nur etwas emotionale Intelligenz und Gespür, mit welchen Marionetten es man meist zu tun hat.

    Mit einem weiter so oder nichts tun wird es zukünftig kein Politiker mehr schaffen. Das wir ein grosser Teil der Bevölkerung in Zukunft nicht mehr unterschreiben und unterstützen.. Eine AfD oder andere Partei stehen jetzt schon Pate.

    Deutschland und das deutsche Volk sollten nicht die Fehler in den folgenden 20/30 er Jahren machen, sowie schon einmal in umgekehrter Richtung iim letzten Jahrhundert.





  • Ein ehemaliger Ziegenhirte u. eine ehemalige Stasi-Mitarbeiterin ... das geht nicht gut!
    MERKEL muss weg ... egal wie! Hauptsache weg!!

  • Doch warum nur? - Vielleicht auch weil er nur blöd ist, und das zu vielen seiner Landsleute passt?

  • Klar, die "Anstaendigen" sind auf der Seite des Terroristen und Voelkermoerder Erdogan.

  • Herr Schwarz, heute mal ganz in braun?!

  • Gratuliere ! Für "den Anstand", der eigentlich ein "fester Bestandteil" eines "Öffentlich-rechtlichen" sein sollte, hat sich Frau Merkel schliesslich entschieden.

  • "Doch warum nur?"

    Na, warum wohl.
    Weil er Angst um seine (vermeintliche) Autorität, genauer: Macht, hat.
    Je mehr er davon anhäuft, desto mehr.

    Dazu hier ein Ausschnitt meines Kommentars von letztem Dienstag:

    Dass Demokratiefeinde jeder Art geradezu panische Angst vor Satire haben, liegt in der Natur der Sache, gibt es doch kaum etwas Befreienderes und zugleich Verbindenderes als gemeinsames Lachen und echten Humor. Schon deshalb, weil dieser immer ein gerüttelt Maß an geistiger Freiheit und "Aufmüpfigkeit", d.h. Respektlosigkeit beinhaltet bzw. voraussetzt, wodurch er naturgemäß eine konkrete Bedrohung für Despoten aller Art ist.

  • Das Duo Merkel und Erdogan erinnert an Chamberlain und Hitler. Das ist damals nicht gut gegangen und wird heute nicht anders enden. Mit Terroristen und Voelkermoerdern sollte man keine Geschaefte machen.

  • Der Marionettenspieler aus der Türkei. Dabei sind auch noch Millionen hier in Deutschland, die wir z.T. seit Jahren durchfüttern. Statt Dankbarkeit leben sie in ihrer eigenen Welt und trampeln vielen auf den Kopf herum oder stürzen andere ins Unglück, sowie die Tötung einer 19-jährigen Studentin durch zwei türkische Autorraser in Köln wegen der Tötung einer 19-jährigen Studentin nur eine lächerliche Bewährungsstrafe vom Richter erhalten haben.

    Von diesen Marionetten gibt es in Deutschland zwischenzeitlich viel zu viele. Leider wird das nicht überall so gesehen, obwohl dies deutlich und sichtbar überall zu sehen und auxh zwischenzeitlich zu spüren ist.

    Es soll Menschen geben, die halt eine Brille brsuchen oder auch stärkere Gläser.

    Insbesondere die allermeisten Politiker/-innen und auch die Justiz. Die meisten Polizisten und Kriminalbeamte dürften es auch wissen, vermutlich ehrer nicht sagen oder sagen wollen.

    Die deutsche Geschichte ist die fatale Zukunft im Lande!




  • Anstatt den Sultan in den Arsch zu treten für sdeine Unterstützung der Terroristen ist die Pfarrerstochter ihm lieber in den Arsch gekrochen, wieso macht der das nur?, weil er es kann.

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