Recep Tayyip Erdogan
Türkei wirft Russland Waffenlieferungen an PKK vor

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft einem Medienbericht zufolge Russland vor, Waffen an die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu liefern. Es soll sich dabei um Luftabwehrgeschosse und Raketen handeln.

AnkaraDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Russland vorgeworfen, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK mit Waffen zu versorgen. An die „separatistische Terrororganisation“ seien Luftabwehrgeschosse und Raketen geliefert worden, sagte Erdogan nach einem Bericht der Zeitung „Star“ vom Montag. Die Waffen seien über den Irak und Syrien zur PKK gelangt.

Vertreter der türkischen Regierung bestätigten später die Äußerungen Erdogans. Die PKK kämpft seit drei Jahrzehnten im Südosten der Türkei gegen die Regierung in Ankara.

Der stellvertretende russische Außenminister Michail Bogdanow sagte laut Interfax dazu, wer solche Behauptungen aufstelle, solle sie auch beweisen. Russland unterstützt ebenso wie die USA die kurdischen Kämpfer in Syrien. Deren YPG-Miliz kämpft im Norden des Landes gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Die Türkei betrachtet auch die Kämpfer der YPG als Terroristen und hat die USA und Russland schon mehrfach für die Unterstützung der syrischen Kurden kritisiert. Den Vorwurf, auch die PKK mit Waffen zu beliefern, erhob Erdogan erstmals.

In den Beziehungen zwischen der Türkei und Russland herrscht derzeit eine Eiszeit. Auslöser dafür war der Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges über Syrien, das nach Darstellung der Regierung in Ankara zuvor türkisches Gebiet überflogen hat. Russland bestreitet dies.

Vom türkischen Vize-Ministerpräsidenten Numan Kurtulmus waren am Montag indes versöhnlichere Töne zu hören. „Weder Russland noch die Türkei können es sich leisten, ihre gegenseitigen Beziehungen zu opfern“, sagte er vor der Presse. Er wünschte, die gegenwärtigen Spannungen wären nie entstanden. Sie könnten aber überwunden werden. „Es gibt keine Probleme, die die beiden Staaten nicht lösen können“, fügt er hinzu. Er hoffe auf einen Dialog.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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