Rechtfertigung für Angriff auf das Hotel Palestine
Beschuss von Journalisten "korrekter Akt"

Der tödliche Schuss eines US-Panzers auf das von Journalisten bewohnte Hotel Palestine in Bagdad während des Irak-Krieges war nach Militärangaben eine korrekter Akt der Selbstverteidigung. Bei dem Beschuss am 8. April waren der Reuters-Kameramann Taras Protsyuk und der spanische Kameramann Jose Couso getötet worden.

US-Militär rechtfertigt Angriff auf Journalisten-Hotel im Irak=

rtr WASHINGTON. Das Central Command der US-Streitkräfte teilte am Dienstag als Ergebnis seiner Untersuchungen mit, eine US-Kompanie sei damals zu der Erkenntnis gekommen, in dem Gebäude sei ein Beobachter postiert gewesen, der für eine irakische Truppe Ziele gemeldet und das Feuer geleitet habe. Die Erkenntnis basierte dem Bericht zufolge auf Informationen der Aufklärung und auf abgehörten irakischen Funkverkehr. Daraufhin sei von einem Panzer eine 120-Millimeter-Granate auf den Balkon eines Gebäudes abgefeuert worden, wo der Beobachter vermutet worden sei.

Unmittelbar darauf sei aus dem abgehörten Funkverkehr zu schließen gewesen, dass der Beobachter unter Beschuss geraten sei, heißt es in der zweiseitigen Zusammenfassung des Berichts. Das koordinierte Feuer der Iraker auf die US-Kompanie habe aufgehört. Er später habe die Einheit erfahren, dass sie das Hotel Palestine beschossen habe und dass dabei Journalisten ums Leben gekommen seien. Nach Informationen der Militäraufklärung habe es allerdings auch Hinweise darauf gegeben, dass der Gegner Teile des Hotels als Operationsbasis genutzt habe. Intensive Aktivität des Gegners sei in und um das Hotel herum registriert worden.

Reuters hatte von den US-Militärs genaue Aufklärung über die Umstände des Todes seines Kameramannes verlangt. Das Unternehmen sei sehr daran interessiert, den gesamten Bericht des Central Command zu sehen und werde sich dann detailliert dazu äußern, sagte Reuters-Sprecherin Susan Allsopp in London.

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