Rechtsextreme
Antisemitischer Kongress in Brüssel verboten

In Brüssel wollten sich Antisemiten zu einem Kongress treffen, eingeladen hatte ein belgischer rechtsextremer Abgeordneter. Trotz des Verbots versammelten sich rund 500 der Rechtsextremen zu einer Demonstration.
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BrüsselEin für Sonntag geplanter Kongress von Antisemiten in Belgien, zu dem auch der umstrittene französische Komiker Dieudonné eingeladen war, ist von den örtlichen Behörden verboten worden. Der Bürgermeister des Brüsseler Stadtteils Anderlecht, Eric Tomas, begründete das Verbot mit Sicherheitsbedenken. Auch Kundgebungen für oder gegen den Kongress wurden untersagt. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen 500 Demonstranten ein, die sich trotzdem versammelten.

Zu dem „Kongress der Dissidenz“ hatte unter anderem der rechtsextreme belgische Abgeordete Laurent Louis aufgerufen. Jüdische Organisationen verurteilten das geplante Treffen als „antisemitisches Hassfest“. Neben dem wegen antisemitischer Äußerungen scharf kritisierten Dieudonné standen unter anderem der rechtsextreme französisch-schweizerische Autor Alain Soral und der Franzose Kémi Séba von der antisemitischen Gruppe Tribu Ka auf der Gästeliste.

Anderlechts Bürgermeister Tomas erklärte, er habe am Samstagabend davon erfahren, dass der Kongress in seiner Gemeinde stattfinden solle. Die Organisatoren hatten den Veranstaltungsort zuvor geheim gehalten.

Alle Gäste hätten unabhängig von einem möglichen Verbot ihre Teilnahme zugesagt, erklärte Louis am Sonntag kurz vor der Bekanntgabe der Entscheidung auf seiner Facebook-Seite. Er forderte seine Unterstützer auf, sich nicht dem Druck der Behörden zu beugen und sich in Anderlecht zu friedlichen Kundgebungen zu versammeln.

Rund 500 Demonstranten folgten seinem Aufruf. Viele zeigten den umstrittenen „Quenelle“-Gruß, bei dem die linke Hand auf den durchgestreckten rechten Arm gelegt wird. Kritiker sehen in der Geste eine direkte Anspielung auf den Hitler-Gruß. Urheber des „Quenelle“-Grußes ist Dieudonné. Er wurde auch schon von dem französischen Fußballstar Nicolas Anelka und führenden Mitgliedern der rechtsextremen Front National gezeigt.

Die Polizei löste die Demonstration nach eigenen Angaben mit Wasserwerfern auf. Verletzte oder Festnahmen gab es demnach aber nicht. Louis forderte seine Anhänger schließlich auf, nach Hause zu gehen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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