Rechtskonservative und Grüne gewinnen
Wahl polarisiert Schweiz

Bei den Schweizer Parlamentswahlen hat die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) ihre Position als stärkste Kraft gehalten und in zahlreichen Kantonen sogar noch zugelegt, so dass sie auf ein Ergebnis von knapp 30 Prozent kommen dürfte.

BERN. Zweiter Gewinner sind die Grünen, die durchweg zweistellige Ergebnisse einfuhren und insbesondere in den größeren Städten dazugewannen. Ungefähr wie vor vier Jahren schnitten die Christdemokraten (CVP) ab. Verlierer sind die Liberalen und vor allem die Sozialdemokraten, die in einzelnen Kantonen wie beispielsweise in Zürich knapp acht Prozentpunkte einbüßten.

Trotz ihrer Zugewinne wird den Grünen voraussichtlich kein Platz in der Regierung frei gemacht werden, die traditionell von allen großen Parteien gebildet wird. Eine feste Vorgabe für den Stimmenanteil, den eine Partei erreichen muss, um berücksichtigt zu werden, gibt es nicht. Die Abgeordneten wählen die Regierung am 12. Dezember. Während die Grünen den Sozialdemokraten Stimmen abnahmen, stärkte sich die SVP auf Kosten der Liberalen. Eine verlässliche Hochrechnung lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 50 Prozent deutlich höher als bei den vergangenen Parlamentswahlen.

Dazu beigetragen hat ein für die Schweiz ungewöhnlich emotionaler Wahlkampf, in dem vor allem die Galionsfigur der Volkspartei Christoph Blocher immer wieder auftrumpfen konnte. Der milliardenschwere ehemalige Unternehmer, der in der amtierenden Regierung das Amt des Justizministers innehat, konnte innenpolitisch mit Themen wie einer Verschärfung des Asylrechts punkten. Außenpolitisch hat er mit seinem Anti-EU-Kurs jedoch wenig Erfolg.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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