Rede beim CDU-Parteitag abgesagt

Hat Merkel einen Auftritt von Sarkozy verhindert?

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sollte beim CDU-Bundesparteitag in Köln auftreten. Doch jetzt wurde der Besuch überraschend abgesagt. Für Kanzerlin Merkel hätte der Auftritt ungemütlich werden können.
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Frankreichs Expräsident Sarkozy hält eine Rede – beim CDU-Parteitag wird er wohl keine halten. Quelle: dpa

Frankreichs Expräsident Sarkozy hält eine Rede – beim CDU-Parteitag wird er wohl keine halten.

(Foto: dpa)

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wird nicht wie ursprünglich geplant auf dem am kommenden Dienstag beginnenden CDU-Bundesparteitag in Köln auftreten. Dies teilte am Donnerstagabend eine Sprecherin von Sarkozy in Paris auf Anfrage von Bloomberg mit. Grund seien anderweitige Verpflichtungen des UMP-Chefs in Frankreich, sagte sie. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sarkozy würden sich aber schon sehr bald in Berlin treffen.

Aus CDU-Kreisen in Berlin hieß es dazu, man habe sich gegen einen Redeauftritt Sarkozys in Köln ausgesprochen. Es sei normal, dass Vertreter befreundeter konservativer Parteien zu CDU-Parteitagen eingeladen würden, hieß es weiter. Dies beinhalte jedoch nicht automatisch ein Rederecht. Sarkozy war erst am vergangenen Samstag zum neuen Parteichef der konservativen UMP gewählt worden und strebt eine erneute Kandidatur für die französischen Präsidentschaftswahlen in 2017 an.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte noch am Dienstagabend seine Freude über die angebliche Rede Sarkozys in Köln geäußert. „Wir werden begeistert sein. Man weiß ja, dass er ein Redner ist, der seine Zuhörer auch fasziniert“, sagte Schäuble laut der Nachrichtenagentur dpa bei einer Pressekonferenz in Berlin. Doch bereits am Mittwoch hieß es dann im Konrad-Adenauer-Haus, dass Sarkozy auf keinen Fall reden werde und dass sein Erscheinen fraglich sei. „Wir gehen nicht davon aus, dass er kommt“, hieß es am Donnerstag dazu in Parteikreisen. Am Abend kam dann die endgültige Absage aus Paris.

Ein Redeauftritt Sarkozys auf dem CDU-Parteitag in Köln wäre politisch brisant gewesen. Merkel hätte damit eine Belastung ihres Verhältnisses zu Frankreichs derzeit amtierendem sozialistischem Präsidenten Francois Hollande riskiert. Merkel hatte Sarkozy vor zwei Jahren im Wahlkampf erfolglos unterstützt, was nach Hollandes Wahl zunächst für Verstimmungen im deutsch-französischem Verhältnis gesorgt hatte. Während der Finanzkrise hatten sich Merkel und Sarkozy stets eng abgestimmt und den Beinamen „Merkozy“ erhalten. Zuletzt waren im Kanzleramt aber Bedenken gegen eine erneute Kandidatur Sarkozys laut geworden.

  • Bloomberg
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5 Kommentare zu "Rede beim CDU-Parteitag abgesagt: Hat Merkel einen Auftritt von Sarkozy verhindert?"

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  • Herr Falk,
    das müssen Sie richtig sehen,
    Merkel trämut vom großen Zentralstaat Europa und sie ist dann die Staatsratsvorsitzende.

  • Dieses distanzlose Heranwerfen von Frau Mekel an Sarkozy
    im letzten französischen Präsidentschaftswahlkampf war eh ein Skandal erster Güte und eine deutsche Einmischung in innerfranzösische Angelegenheiten.

    Merkel hat wohl gelaubt es gäbe bereits so etwas wie "europäische Innenpolitik".

    Ihr Verhältnis zum dann gewählten Hollande war durch diese eindeutige Parteinahme von Anfang an gestört und heute ist das deutsch/französische Verhältnis wohl an einem Tiefpunkt angekommen.

    Merkel kann keine Aussenpolitik, das ist schon seit langem klar.

  • Frau Le Pen kann Deutschland von der "EU in Brüssel" befreien - wenn die Franzosen für den EU-Austritt stimmen !

    Macht es, bitte bitte ... !!

  • Der kleine französische Napoleon - er erzeugt schon wieder jede Menge "Sympatie-Milch-Schaum". Ein Schormör ist das aber auch !!

    Aber nichts dahinter - er will auch die Grand Nation Frankreich ABSCHAFFEN und EU-Brüssel vor die Füsse legen.

    Das werden die Franzosen zu verhindern wissen !!

  • Schade, das wäre für die Franzosen ein Argument mehr gewesen Sarkozy nicht zu wählen. Am besten wäre es, der kleine Gnom würde bis zur Präsidentenwahl in drei Metern Abstand hinter Frau Merkel her dackeln und weitere fünf Meter davor mit royaler Schleppe die nächste US Präsidentin Frau Clinton. Ach wäre das ein Spaß, wenn dann Frau Le Pen die große Spielverderberin wäre!

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