Rede Bushs in Uganda
CIA billigte Uran-Vorwürfe gegen Irak

Die US-Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe den Irak Anfang des Jahres gegen den Willen des Geheimdienstes CIA eines versuchten Uran-Kaufs beschuldigt.

Reuters ENTEBBE. US-Präsident George W. Bush sagte am Freitag in Uganda, eine entsprechende Passage in seiner Rede zur Lage der Nation sei von den Geheimdiensten genehmigt gewesen. Seine Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sagte: „Wenn die CIA ... gesagt hätte, „nehmt dies aus der Rede heraus', dann wäre dies geschehen.“

Das US-Präsidialamt hatte in dieser Woche erstmals eingeräumt, der Vorwurf eines versuchten Uran-Kaufs sei ein Fehler gewesen. Dokumente, die auf ein Geschäft zwischen dem Irak und Niger hinwiesen, seien gefälscht gewesen.

Den USA und Großbritannien wird von Kritikern vorgeworfen, sie hätten Informationen über Massenvernichtungswaffen aufgebauscht, um Argumente für den Krieg gegen den Irak zu haben.

Bush hatte in seiner Rede im Januar gesagt, der Irak habe versucht, in Afrika Uran für sein Atomwaffenprogramm zu kaufen und auf britische Geheimdienstinformationen verwiesen. Der US-Fernsehsender CBS hatte unter Berufung auf führende US-Regierungsvertreter berichtet, die CIA habe dem Präsidialamt erklärt, die Geheimdienstinformationen seien nicht eindeutig genug für eine solche Behauptung. Die CIA habe den Nationalen Sicherheitsrat der USA aufgerufen, die entsprechende Passage zu streichen. Dieser habe das aber ignoriert.

Rice sagte, die Redepassage zum Thema Uran sei von der CIA genau geprüft worden. „Es gab sogar eine Diskussion über diesen besonderen Satz, so dass er besser die Position der CIA zeigte, und die Rede wurde gebilligt“, sagte Rice. „Einige Details, wie die Summe und der Ort des Geschäftes, wurden herausgenommen, ... und mit der Änderung wurde die Rede angenommen.“ Rice fügte hinzu, das Präsidialamt habe absolutes Vertrauen zu CIA-Direktor George Tenet, er habe sehr gute Arbeit geleistet. „Ich weise wirklich niemandem Schuld zu.“

Ein US-Vertreter sagte Reuters, die CIA habe dem britischen Geheimdienst bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass sie kein großes Vertrauen in den Bericht habe, wonach der Irak Uran habe kaufen wollen. Letztlich habe der britische Geheimdienst die Informationen aber für stichhaltig gehalten. Sie seien in einen britischen Bericht vom September 2002 eingeflossen.

Rice sagte, selbst wenn Bush den britischen Geheimdienst zitiert habe, liege seiner Rede doch die Einschätzung des US-Geheimdienstes zu Grunde. Dieser habe zwar Zurückhaltung beim Thema Uran geübt, es habe aber Gründe gegeben, zu glauben, dass Irak tatsächlich versucht habe, Uran in Afrika zu kaufen.

Bush hatte in seiner Rede gesagt: „Die Internationale Atomenergiebehörde hat in den 90er Jahren bestätigt, dass (der irakische Präsident) Saddam Hussein ein weit reichendes Programm zur Entwicklung von Atomwaffen hat, dass er einen Entwurf für eine Atomwaffe hat und dass er an fünf verschiedenen Methoden zur Anreicherung von Uran für eine Bombe arbeitet. Die britische Regierung hat erfahren, dass Saddam Hussein kürzlich versucht hat, bedeutende Mengen Uran in Afrika zu kaufen.“

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