Rede in der Knesset
Köhler: Holocaust wird nie vergessen

Bundespräsident Horst Köhler hat im israelischen Parlament in Jerusalem versichert, dass Deutschland die Opfer des Holocaust nicht vergessen werde. „Sie müssen Teil unserer Gegenwart bleiben. Ihre Berichte dürfen nicht verloren gehen“, sagte Köhler am Mittwoch in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede in der Knesset. Nie mehr wieder dürfe Völkermord zugelassen werden, sagte Köhler.

HB JERUSALEM. Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler hat seine Rede vor der Knesset am Mittwoch in Jerusalem in hebräischer Sprache begonnen. Köhler begrüßte alle Anwesenden mit ihren Titeln und sagte dem Parlamentspräsidenten Reuven Rivlin: „Sie haben mich hierher eingeladen, um meine Rede vor der Knesset in Jerusalem zu halten. Ich danke Ihnen. Diese Reise, dieser Tag, diese Stunde bewegen mich sehr.“ Die Vorsitzenden des Parlamentes quittierten die Sätze Köhlers mit lächelnder Zustimmung. Mehrere Abgeordnete boykottierten die Rede Köhlers, weil diese auf Deutsch gehalten wurde.

Israel fordert von Deutschland hartes Vorgehen gegen Rechts

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon und die Spitzen von Parlament und Opposition haben Deutschland zu einem energischen und kompromisslosen Vorgehen gegen Antisemitismus aufgefordert. Scharon sagte im israelischen Parlament, Deutschland und die anderen europäischen Länder hätten die Pflicht zu einem „kompromisslosen Krieg“ gegen jegliche antisemitischen Tendenzen. Parlamentspräsident Reuven Rivlin sagte mit Blick auf den Einzug rechtsextremer Parteien in deutsche Landtage, in Israel seien wieder vertraute Töne aus Deutschland zu hören. „Es gibt wieder antisemitische Gewalttaten und wieder schweigt die große Mehrheit der Deutschen.“ Die Stimme der Demokratie sei nur schwach zu hören. Der Staat müsse kompromisslos gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus vorgehen. Indirekt forderte Rivlin ein Verbot rechter Parteien: „Deutschland ist es sich selbst schuldig, die eigenen demokratischen Werte zu schützen und sich das Versprechen zu geben, dass nie wieder geschehen darf, was geschehen ist.“

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