Rede in New York
Papst Benedikt ermahnt die Uno

Es war ein Höhepunkt der sechstägigen USA-Reise des Papstes: die Rede vor den Vereinten Nationen in New York. Eindringlich trat Benedikt XVI. für das Recht auf Einmischung der internationalen Gemeinschaft bei Konflikten ein und verlangte eine Stärkung der Menschenrechte. In einigen Punkten hielt sich das Oberhaupt der Katholiken allerdings zurück.

HB NEW YORK. Papst Benedikt XVI. hat die Vereinten Nationen (Uno) zu einer Politik der vorbeugenden Konfliktlösung aufgerufen. Dabei müssten alle diplomatischen Mittel und „selbst die geringfügigsten Zeichen“ von Dialogbereitschaft genutzt werden, sagte er vor der Uno-Generalversammlung in New York. Zugleich schloss Benedikt aber „kollektive Aktionen der internationalen Gemeinschaft“ nicht aus.

Der Papst kritisierte die Unterentwicklung in der Dritten Welt und forderte mehr Engagement bei Umwelt- und Klimaschutz. Diese Herausforderungen verlangten gemeinsames Handeln der Internationalen Gemeinschaft und „Solidarität mit den schwächsten Regionen der Welt“. Afrika und andere Entwicklungsländer liefen heute immer mehr Gefahr, „nur die negativen Seiten der Globalisierung zu erleben“.

Allerdings äußerte er sich nicht direkt zu konkreten Konflikten, er nannte weder den Irakkrieg noch den Nahostkonflikt beim Namen. Der Papst hielt seine Reden auf Französisch und Englisch.

Die Rede vor der Uno gilt als Höhepunkt der sechstägigen USA-Reise des deutschen Kirchenführers. „Das Einstehen für Menschenrechte ist nach wie vor der beste Weg, um Ungleichheiten zwischen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen abzubauen und für mehr Sicherheit zu sorgen“, sagte der Papst. Zu den Menschenrechten gehöre auch die Religionsfreiheit. Die Uno mit ihrer Förderung des Friedens müsse ein „moralisches Zentrum sein, in dem sich alle Nationen der Welt wohl fühlen“.

Zugleich ging das Oberhaupt der Katholiken auf aktuelle ethische Fragen ein. Mit Blick auf Gentechnologie am Menschen und Stammzellenforschung warnte der Papst vor einer „Verletzung der Schöpfungsordnung“. Moderne Forschung und Technologie dürften nicht im Gegensatz zum „heiligen Charakter des Lebens“ stehen.

Benedikt betonte für das Recht auf Einmischung der internationalen Gemeinschaft bei Konflikten. „Jeder Staat hat die vorrangige Pflicht, seine eigene Bevölkerung zu schützen“, sagte der Papst. Doch „wenn Länder nicht in der Lage sind, diesen Schutz zu gewährleisten, muss die internationale Gemeinschaft mit den in der Charta der Vereinten Nationen vorgesehenen Rechtsmitteln und mit anderen internationalen Instrumenten eingreifen“. Es dürfe keine Untätigkeit und Gleichgültigkeit geben. „Im Gegenteil: Indifferenz und Nicht-Handeln ist das, was wirklich Schaden anrichtet.“

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