Rede vor dem Kongress
Bernanke irritiert die Märkte

Am Mittwoch hatten die Märkte nach Äußerungen Bernankes auf eine baldige geldpolitische Lockerung gehofft. Doch nun rudert der Fed-Chef wieder zurück.
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US-Notenbankchef Ben Bernanke hat am Donnerstag die Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gedämpft. Die Zentralbank sei „zum jetzigen Punkt“ nicht für weitere Maßnahmen vorbereitet, sagte er vor einem Kongressausschuss. "Angesichts der großen Unsicherheit darüber, wie sich die Konjunktur entwickeln wird, halten wir uns alle Optionen, sowohl eine straffere als auch eine lockerere Geldpolitik, offen", so Bernanke.

Der Dollar reagierte mit Kursgewinnen auf die Nachricht. Noch am Vortag hatte der Dollar gegenüber dem Euro mehr als einen Cent nachgegeben. Grund dafür waren Äußerungen Bernankes, die an den Märkten als Signal für eine baldig geldpolitische Lockerung interpretiert wurden. Bernanke hatte gesagt: "Es bleibt die Möglichkeit, dass die aktuelle konjunkturelle Schwäche sich als dauerhafter erweist als erwartet und erneut deflationäre Risiken auftauchen, die die Notwendigkeit für weitere geldpolitische Unterstützungen nach sich ziehen." Die Fed stehe dafür bereit. Eine Maßnahme könnte der neuerliche Ankauf von Anleihen sein.

Dies war an den Märkten so verstanden worden, als plane die Fed sehr bald zusätzliche Konjunkturhilfen. Offenbar versucht Bernanke mit seinen neuerlichen Äußerungen nun diese Wahrnehmung zu korrigieren.

Er begründete seine derzeitige Zurückhaltung auch mit der Entwicklung der Inflation, die inzwischen „höher“ und „näher“ am informellen Zielbereich der Zentralbank sei. „Die Situation ist komplexer“, sagte er am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats. „Wir sind unsicher, wie sich die Wirtschaft auf kurze Sicht entwickelt.“

Er zog überdies die Wirkung eines dritten, milliardenschweren Programm zum Ankauf von Anleihen in Zweifel. "Er tritt ein wenig von seinen früheren Kommentaren zurück, die die Leute dazu veranlasst hatten, wegen der Sorge vor einem weiteren Anleiheankaufprogramm Dollar zu verkaufen", sagte John Doyle, Experte bei Tempus Consulting.

Die Fed hat bereits zwei solcher Programme - im Fachjargon „Quantitative Lockerung“ oder „Quantitative Easing“ - durchgeführt.

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Anleihekaufprogramm läuft aus

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  • Wischi-Waschi Aussagen von Bernanke werden sicher nicht Vertrauen schaffen und Märkte beruhigen.

  • Ich bin schon seit Jahren irretiert, eben wegen solcher kranken Ratingagenturen, die mit einem Downgrade der US-amerikanischen Bonität drohen, wenn diese nicht noch mehr Schulden machen werden.

    Sorry, aber ich bin raus. Ich verstehe das alles nicht mehr. Ich lasse mich am besten sofort mit meinen EM in die Klapse einweisen.

    Zum Glück ist die Masse bewusstlos und bleibt auch weiter durch Brot und Spiele geistig betäubt, sonst hätte wir täglich immer mehr Amokläufer.

    Gestern Abend bei einem 20minütigen Stromausfall in Hannover, kam es bereits zu Plünderungen!!

    So sieht es aus!!!! Nur noch eine Frage der Zeit, bis mir euer scheiß System um die Ohren fliegt.

    Wo ist denn bitte die RAF von heute? Die RAF waren die letzten großen Helden, die Europa gesehen hat! Sorry, aber ist so.

  • Ich glaube im Interesse der jungen Generation ist ein „Neustart“ das Beste. Es wird auch so kommen.
    Und ich hoffe dass es friedlich über die Bühne geht und die Fehler die in den letzten 20 Jahren gemacht worden sind, nicht wieder passieren! Leider ist das Problem, der Mensch ist sehr vergesslich! Die Geschichte hat es gezeigt.

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