Rede vor der Uno
Trump holt zum Rundumschlag aus

US-Präsident Trump hat bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen das Regime Kim Jong-Uns stark angegriffen. Nordkorea drohte er mit „völliger Zerstörung“. Auch den Iran und selbst die Uno verschonte Trump nicht.
  • 17

New YorkNervöses Raunen ging durch den vollgepackten Saal der Vereinten Nationen. Falls das Regime um Kim Jong Un sein Atomprogramm weiter vorantreibe und die USA oder dessen Verbündete angreife, „werden wir Nordkorea komplett zerstören,“ drohte US-Präsident Donald Trump bei seiner ersten UN-Rede. Mit solch einer drastischen Drohung haben die Delegierten nicht gerechnet.

„Nordkorea stellt eine Bedrohung für die gesamte Welt dar,“ warnte Trump. Kim Jong Un sei ein „Raketenmann auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime.“ Nun sei es an der Zeit, zu realisieren, dass „Demilitarisierung im atomaren Bereich der einzige Weg für Nordkorea ist“.

In seiner ersten Ansprache vor der UN-Vollversammlung in New York nahm Trump kein Blatt vor den Mund. Seine 41-minütige Rede war gespickt mit Angriffen: gegen Nordkorea, Iran, Syrien, den Sozialismus, Kuba und Venezuela. Die Welt befinde sich an einem Scheideweg. „Wir treffen uns in einer Zeit von immensem Potenzial und großen Gefahren,“ sagte der Republikaner.

Scharfe Kritik bekam auch die iranische Regierung zu hören, der Trump Unterstützung und Finanzierung von Terroristengruppen vorwarf. Der Iran-Atomdeal sei die größte „Peinlichkeit für die USA,“ so Trump. An dem Vertrag von 2015 waren die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland beteiligt gewesen. Die Regierung um Hassan Rohani habe das Land in einen wirtschaftlich ausgelaugten Schurkenstaat verwandelt, welcher Gewalt exportiere. Der US-Präsident richtete im gleichen Atemzug auch eine Kampfansage an Extremisten: „Wir werden die Loser-Terroristen vernichten.“

Teile seiner Ansprache klangen wie eine Wahlkampfrede. Trump begann mit einem Lob an sich selbst: Die Aktienkurse stiegen, die US-Arbeitslosigkeit sinke, das Jobwachstum steige. Und er versprach, dass die amerikanische Mittelklasse nicht länger vergessen werde. Seine Regierung habe im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in den ersten acht Monaten seiner Amtszeit mehr erreicht als die vorherige US-Regierung in mehreren Jahren, klopfte sich Trump stolz auf die Schulter.

Kurzen, aber sehr verhaltenen Beifall erntete er für die Forderung, weibliche Unternehmerinnen zu fördern, bevor er wieder seine Stimme wutentbrannt erhob, um sich über die unfaire Verteilung der UN-Förderung zu beschweren. Der US-Präsident wies darauf hin, dass die USA 22 Prozent des Uno-Etats der 193 Mitgliedsstaaten trügen.

Die Themen Klimawandel, Nahost-Konflikt, Situation der Rohingya in Myanmar und Russland suchten Diplomaten in seiner Rede vergeblich.

Trump blieb vor allem seinem Grundsatz „America first“ treu. „Sind wir noch immer Patrioten?“, fragte er. Immer wieder verwies er auf die staatliche Souveränität: Nur wenn Nationen sich selbst zuerst schützten und ihre eigenen Interessen wahrten und verträten, könnten globale Konflikte gelöst werden, so Trump.

„Die USA werden für immer ein großer Freund der Welt und vor allem von unseren Verbündeten sein,“ versicherte Trump. „Doch wir können nicht mehr ausgenutzt werden. So lange ich Präsident bin, werde ich die amerikanischen Interessen vor allen anderen vertreten.“

Kommentare zu " Rede vor der Uno: Trump holt zum Rundumschlag aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Man sollte sofort bei der NATO darauf drängen, dass die Beistandsverpflichtung aufgehoben wird. Wenn Trump in Asien einen Angriffskrieg plant, ist das seine eigene Sache. Aber bitte ohne uns! Meinetwegen können sich die Trump-Fans von der AfD als freiwillige Söldner melden. Die sind ja sowieso stolz auf die großartigen Leistungen deutscher Soldaten in den letzten zwei Weltkriegen. Solchen Leuten sollte man einen Platz in vorderster Front reservieren, wenn es in den Dritten Weltkrieg geht.

  • Ich weiß, Herr Spiegel, meine Lösung ist vielleicht nicht das, was man als "zeitnah" oder "optimal" bezeichnen kann, aber ihre Wirksamkeit ist sicher!

  • Herr Tomas Maidan 19.09.2017, 19:57 Uhr

    <<Trump ist ein Kriegstreiber. Dass dieser Vollidiot Putin .....>>

    Lass es doch einfach sein! Dein Schulz hat die Wahl sowieso schon verloren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%