Rede vor der Uno Trump holt zum Rundumschlag aus

US-Präsident Trump hat bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen das Regime Kim Jong-Uns stark angegriffen. Nordkorea drohte er mit „völliger Zerstörung“. Auch den Iran und selbst die Uno verschonte Trump nicht.
Update: 19.09.2017 - 19:09 Uhr 17 Kommentare

„Raketenmann ist auf einer selbstmörderischen Mission"

„Raketenmann ist auf einer selbstmörderischen Mission"

New YorkNervöses Raunen ging durch den vollgepackten Saal der Vereinten Nationen. Falls das Regime um Kim Jong Un sein Atomprogramm weiter vorantreibe und die USA oder dessen Verbündete angreife, „werden wir Nordkorea komplett zerstören,“ drohte US-Präsident Donald Trump bei seiner ersten UN-Rede. Mit solch einer drastischen Drohung haben die Delegierten nicht gerechnet.

„Nordkorea stellt eine Bedrohung für die gesamte Welt dar,“ warnte Trump. Kim Jong Un sei ein „Raketenmann auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime.“ Nun sei es an der Zeit, zu realisieren, dass „Demilitarisierung im atomaren Bereich der einzige Weg für Nordkorea ist“.

In seiner ersten Ansprache vor der UN-Vollversammlung in New York nahm Trump kein Blatt vor den Mund. Seine 41-minütige Rede war gespickt mit Angriffen: gegen Nordkorea, Iran, Syrien, den Sozialismus, Kuba und Venezuela. Die Welt befinde sich an einem Scheideweg. „Wir treffen uns in einer Zeit von immensem Potenzial und großen Gefahren,“ sagte der Republikaner.

Scharfe Kritik bekam auch die iranische Regierung zu hören, der Trump Unterstützung und Finanzierung von Terroristengruppen vorwarf. Der Iran-Atomdeal sei die größte „Peinlichkeit für die USA,“ so Trump. An dem Vertrag von 2015 waren die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland beteiligt gewesen. Die Regierung um Hassan Rohani habe das Land in einen wirtschaftlich ausgelaugten Schurkenstaat verwandelt, welcher Gewalt exportiere. Der US-Präsident richtete im gleichen Atemzug auch eine Kampfansage an Extremisten: „Wir werden die Loser-Terroristen vernichten.“

Teile seiner Ansprache klangen wie eine Wahlkampfrede. Trump begann mit einem Lob an sich selbst: Die Aktienkurse stiegen, die US-Arbeitslosigkeit sinke, das Jobwachstum steige. Und er versprach, dass die amerikanische Mittelklasse nicht länger vergessen werde. Seine Regierung habe im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in den ersten acht Monaten seiner Amtszeit mehr erreicht als die vorherige US-Regierung in mehreren Jahren, klopfte sich Trump stolz auf die Schulter.

Kurzen, aber sehr verhaltenen Beifall erntete er für die Forderung, weibliche Unternehmerinnen zu fördern, bevor er wieder seine Stimme wutentbrannt erhob, um sich über die unfaire Verteilung der UN-Förderung zu beschweren. Der US-Präsident wies darauf hin, dass die USA 22 Prozent des Uno-Etats der 193 Mitgliedsstaaten trügen.

Die Themen Klimawandel, Nahost-Konflikt, Situation der Rohingya in Myanmar und Russland suchten Diplomaten in seiner Rede vergeblich.

Trump blieb vor allem seinem Grundsatz „America first“ treu. „Sind wir noch immer Patrioten?“, fragte er. Immer wieder verwies er auf die staatliche Souveränität: Nur wenn Nationen sich selbst zuerst schützten und ihre eigenen Interessen wahrten und verträten, könnten globale Konflikte gelöst werden, so Trump.

„Die USA werden für immer ein großer Freund der Welt und vor allem von unseren Verbündeten sein,“ versicherte Trump. „Doch wir können nicht mehr ausgenutzt werden. So lange ich Präsident bin, werde ich die amerikanischen Interessen vor allen anderen vertreten.“

Startseite

Mehr zu: Rede vor der Uno - Trump holt zum Rundumschlag aus

17 Kommentare zu "Rede vor der Uno: Trump holt zum Rundumschlag aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man sollte sofort bei der NATO darauf drängen, dass die Beistandsverpflichtung aufgehoben wird. Wenn Trump in Asien einen Angriffskrieg plant, ist das seine eigene Sache. Aber bitte ohne uns! Meinetwegen können sich die Trump-Fans von der AfD als freiwillige Söldner melden. Die sind ja sowieso stolz auf die großartigen Leistungen deutscher Soldaten in den letzten zwei Weltkriegen. Solchen Leuten sollte man einen Platz in vorderster Front reservieren, wenn es in den Dritten Weltkrieg geht.

  • Ich weiß, Herr Spiegel, meine Lösung ist vielleicht nicht das, was man als "zeitnah" oder "optimal" bezeichnen kann, aber ihre Wirksamkeit ist sicher!

  • Herr Tomas Maidan 19.09.2017, 19:57 Uhr

    <<Trump ist ein Kriegstreiber. Dass dieser Vollidiot Putin .....>>

    Lass es doch einfach sein! Dein Schulz hat die Wahl sowieso schon verloren.

  • Ja auch junge Leute sterben plötzlich, Herr Caruso. Sie haben eine Lösung gefunden.

  • Naja, Herr Berger, was Sie da vorschlagen wäre so in etwa das Gleiche, als ob sich die BRD inmitten des kalten Krieges der DDR angeschlossen hätte.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas eine Option für Südkorea sein könnte.

    Obama hat einfach nur zugesehen, wie der hässliche dicke Mann mit dem irren Lachen die Bombe baut. Ich fürchte, es wird realistischerweise keine andere Lösung geben, als zu warten, bis der Raketenmann irgendwann tot umfällt.

  • Trump ist ein Kriegstreiber. Dass dieser Vollidiot Putin den auch noch unterstützt hat, lässt tief blicken. So sieht die Welt aus, wenn Nationalisten und Geheimdienst-"Strategen" regieren... Wann geht der Krieg denn nun endlich los? Und müssen wir unter 2%-Aufrüstungs-Mutti dann auch mitmachen?

  • Mr. Trump droht Nordkorea mit "völliger Zerstörung"
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Warum soll die Anwendung von Gewalt in der Nordkorea-Krise der für den Weltfrieden gefährliche Ausweg sein ?

    Ausgangslage :
    Nordkorea lehnt Verhandlungen über die Einstellung der Arbeiten an seiner „Überlebens-Versicherung“, dem Raketen- und A-Waffenprogramm, ab und die USA werden z.Zt. durch einen Angriff auf Nordkorea eine Konfrontation mit der Schutzmacht China nicht wirklich in Erwägung ziehen.
    Da Sanktionen absehbar wirkungslos bleiben werden, bleibt nur, eine Atommacht Nordkorea zu akzeptieren und das Militärpotential des Landes durch Verhandlungen zu binden. Ansatzpunkt hierfür wären Verhandlungen über den Abschluss eines Friedensvertrages mit einem wiedervereinigten Korea, den Nordkorea anstrebt und dem sich auch Südkorea nicht verweigern dürfte und im Zuge dieser Verhandlungen wäre auch ein Interessenausgleich anderer Mächte möglich.
    Fazit : Diese Verhandlungen dürften über Jahre andauern und in dieser Zeit würde auch das Prinzip wirken :
    WANDEL DURCH ANNÄHERUNG !!
    Ob es nach Abschluss eines Friedensvertrages dann noch eine Atommacht Korea geben wird ????????????

  • selbst die Uno verschonte Trump nicht... Die heilige Kuh nicht verschont, wie böse dieser Präsident. Wer bezahlt eigentlich die ÙNO-Schwatzbude ?

  • Betr Iran kann ich nicht nachvollziehen, wo die USA diesem "Schurkenstaat"
    moralisch ueberlegen sind. Dass Regierungen ihrem Volk dienen sollen ist sicher
    der Konsens aller - die Crux ist, was denn nun dem Volk dienen soll.

  • Herr Tomas Maidan 19.09.2017, 18:40 Uhr

    <<Europa lehnt Trump ab.>>

    Du meinst wohl: Du lehnst Trump ab.
    Das wird Mr. Trump jetzt viele unruhige Stunden bescheren, schätze ich.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%