Rede vor der Vollversammlung
Chavez nennt Bush vor der Uno einen Teufel

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat seinen Konflikt mit den USA mit einer emotionalen Rede vor der Uno-Vollversammlung weiter vertieft. Er bezeichnete den US-Präsidenten in New York als Teufel und warf ihm vor, die Menschen auf der Welt beherrschen und auszubeuten zu wollen.

HB NEW YORK. „Der Teufel war gestern hier“, sagte Chavez mit Blick auf Bushs Auftritt vor der Vollversammlung am Vortag. Das Podium der Versammlung rieche immer noch nach Schwefel, sagte Chavez unter vereinzeltem Applaus, aber auch Gelächter. „Er kam hierher und redete, als ob ihm die Welt gehört.“ Das System der Vereinten Nationen bezeichnete Chavez als undemokratisch. Insbesondere kritisierte er das Vetorecht der USA im Sicherheitsrat.

US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die Äußerungen von Chavez seien unpassend für ein Staatsoberhaupt. Die US-Delegation blieb der Rede fern. Lediglich ein Protokollant war anwesend. Dies sei bei Ansprachen „von solchen Regierungen“ üblich, sagte der amerikanische UN-botschafter John Bolton.

Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi rief vor der Vollversammlung zu einem Dialog zwischen Europa und dem Nahen Osten auf. Italien liege in der Störungszone zwischen beiden Regionen und werde daher auf einen engen Meinungsaustausch hinwirken, sagte Prodi am Mittwoch in New York. Es gebe nicht nur eine islamische Welt, sondern „hundert oder mehr islamische Welten“.

Die israelische Außenministerin Zipi Livni rief die internationale Gemeinschaft zum Widerstand gegen Iran auf. „Es gibt keine größere Herausforderung für unsere Werte als die durch die iranischen Führer“, sagte Livni. Diese prahlten öffentlich mit ihrem Wunsch, Israel von der Landkarte zu tilgen. Die iranische Führung strebe die Entwicklung von Waffen zur Vernichtung Israels an und bedrohe die gesamte Welt, sagte Livni.

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