Rede vor UN-Vollversammlung
Obama plädiert für gemeinsamen Anti-Terror-Kampf

Die Welt hat viele Krisen zu bewältigen. Der US-Präsident will den Kampf gegen IS-Extremisten, Ebola und den Ukraine-Konflikt aufnehmen. Eines macht Obama in seiner Rede vor der UN aber klar: Er will es nicht allein tun.
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New YorkUS-Präsident Barack Obama hat die Welt zum geschlossenen Kampf gegen den Terrorismus und die globalen Krisen aufgerufen. „Heute bitte ich die Welt, zu diesen Anstrengungen etwas beizutragen“, sagte Obama am Mittwoch während einer Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. Obama nannte insbesondere die Konflikte in der Ukraine und Nahost, die Ebola-Epidemie und die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

40 Länder hätten bereits ihre Unterstützung im Kampf gegen den IS angeboten. „Wir handeln nicht allein“, sagte Obama. Er forderte diejenigen, die IS beigetreten seien, dazu auf, das Schlachtfeld zu verlassen, „solange sie noch können“. Die USA würden sich keiner Bedrohung beugen. „Wir werden unser militärisches Können in einer Kampagne von Luftschlägen nutzen, um IS zurückzudrängen.“ Die Geldquellen von IS würden trockengelegt und der Fluss ausländischer Kämpfer in die Region gestoppt.

Obama bezeichnete den „gewaltsamen Extremismus“ als einen Krebs, der sich in vielen Teilen der muslimischen Welt ausgebreitet habe. „Kein Gott verzeiht diesen Terror.“ Todbringende und ideologisierte Terroristen würden eine der großen Weltregionen pervertieren. „Wir müssen gemeinsam konkrete Schritte ergreifen, um uns mit den Gefahren auseinanderzusetzen, die von religiös motivierte Fanatikern ausgehen“, sagte Obama. Das sei mehr als eine sicherheitspolitische Frage. Es sei auch ein gesellschaftliches Problem.

Die Gräueltaten der Sunnitenmiliz IS nannte der US-Präsident eines der „schrecklichsten Verbrechen“, die man sich überhaupt vorstellen könne. Die Gruppe habe Menschen im Irak und in Syrien terrorisiert. „Mütter, Schwestern und Töchter wurden vergewaltigt, als Mittel der Kriegsführung. Unschuldige Kinder wurden niedergeschossen. Körper wurden in Massengräber gekippt. Religiöse Minderheiten sind zu Tode gehungert worden.“ Mit den Dschihadisten lasse sich nicht verhandeln, mahnte Obama. „Die einzige Sprache, die diese Killer verstehen, ist die Sprache der Gewalt“.

Kommentare zu " Rede vor UN-Vollversammlung: Obama plädiert für gemeinsamen Anti-Terror-Kampf"

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  • Obama will RUS für seine Agressionen zahlen lassen? er will also Krieg, um seinen Weltmachtanspruch zu erheben. wenn nun schon über 40 Länder gegen die IS loslegen, kann man getrost vom Beginn des 3. Weltkriegs reden, gell?

  • "...Russland vertraue auf die Macht des Stärkeren und wähne sich in einer Welt, in der die Grenzen einer Nation von einer anderen verschoben werden könnten, kritisierte Obama. 'Amerika steht für etwas anderes.'"

    Schaut man auf das Agieren der USA in Syrien, sieht das aber anders aus als was Obama da sagte.

  • "Mit Blick auf die Ukraine-Krise sagte Obama, Russland werde für seine Aggression einen Preis bezahlen. Dass Moskau Soldaten über die Grenze seines Nachbarlandes geschickt, Waffen geliefert und die Separatisten dort unterstützt habe, stelle eine Bedrohung für die internationale Ordnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dar."

    Na hoffentlich hat Obama auch die zugehörige Powerpoint-Präsentation mit den "Beweisen" für seine behauptungen vorgelegt.

    Naja, schade das Obama, die Gelegenheit nicht nutzte, endlich eigene Fehler -wie z.B. die Finanzierung und regelrechte Züchtung von US-hörigen "Oppositionen" (gern auch Extremisten) in Ländern in denen die USA nichts zu suchen haben und die folgende Destabilisierung dieser Länder, einzugestehen. Aggresive Einkreisung von Staaten, denen man offiziell Partnerschaft heuchelt, mit maßlos expansiven, grenzverschiebenden Militärbündnissen die kein Mensch mehr braucht, könnten auch mal selbstkritisch beleuchtet werden.

    Recht hat er ja eigentlich, dass die zivilisierte Welt (inkl. Russland!) gemeinsam, mit einheitlichen Maßstäben, den Herausforderungen der modernen Barberei entgegen treten sollte!

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