Rede zum Kampf gegen IS
Obama schlägt los

Al-Kaida war gestern – heute ist der IS für die USA die größte Terror-Bedrohung. Am Vorabend des 9/11-Jahrestages verkündete US-Präsident Barack Obama, wie er die Miliz bekämpfen will. Es wird eine schwierige Mission.
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WashingtonAmerika in der Luft, die Verbündeten auf dem Boden. So wird der Krieg gegen die Terrororganisation IS nach dem Willen von Barack Obama aussehen. 475 zusätzliche Amerikaner sollen zur Unterstützung entsandt werden, jedoch nicht um zu kämpfen, betonte der US-Präsident bei einer Ansprache am Mittwochabend in Washington. Er habe mit dem Kongress gesprochen und mit den Oberhäuptern befreundeter Staaten.

Auch sollen „gemäßigte“ Rebellen in Syrien mit Waffen und Ausbildung unterstützt werden. Eine Kooperation mit der syrischen Regierung schloss Obama kategorisch aus. Die Zustimmung des US-Kongresses braucht der Präsident eigentlich nicht. Aber er will eine breite politische Unterstützung sichern, nicht zuletzt, weil die Einsätze sich nicht auf wenige Wochen beschränken werden. In ersten Reaktionen zeigten sich Kongressmitglieder beider Parteien, der Demokraten und Republikaner, grundsätzlich einverstanden mit dem härteren Vorgehen.

Am Ende will der US-Präsident aber nicht nur die Niederschlagung des Terror-Netzwerks. Alle politischen Kräfte sind zur Zusammenarbeit aufgerufen. Der Aufstieg von IS könnte letztlich der bislang fehlende Katalysator für eine Neuordnung des Mittleren Ostens werden. Die Zerstörung der alten Ordnung begann mit dem Einmarsch der Amerikaner im Irak und ging über den arabischen Frühling bis heute. Jetzt scheint sich alles auf einen Kulminationspunkt zuzubewegen.

Um aber den „Krebs“, wie Obama die Terrororganisation IS nannte, herauszuoperieren, werde man eine lange Zeit brauchen. Und es wird viel Geld kosten. Amerika werde eine breite Koalition anführen, um die Terrorbedrohung zurückzudrängen, so Obama. „Wir stehen für Friede, Würde und Freiheit.“ Außenminister John Kerry werde nach Bagdad fliegen, um mit der neuen Regierung Iraks zu sprechen und in den kommenden Tagen weitere Staaten im Mittleren Osten besuchen, teilte das US-Außenministerium mit.

Nicht nur Obama fühlt sich bedroht von IS. Irgendwo in einem Versteck in Afghanistan oder Pakistan wird auch Al-Kaida-Anführer Aiman al-Sawahiri am Mittwochabend vor einem Computer-Bildschirm gesessen und die Ansprache des US-Präsidenten verfolgt haben. Die massiven Schritte zur Eindämmung der Macht und, wie Obama betonte, letztendlichen Vernichtung von IS kommen dem Terrorführer nur gelegen. Er wird zwar nicht der Koalition der IS-Bekämpfer angehören. Aber profitieren könnte er trotzdem.

Kommentare zu " Rede zum Kampf gegen IS: Obama schlägt los"

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  • Nur wenige werden widersprechen, wenn ich Sie als einen beispielhaften Medientroll bezeichne. Es macht zwar Mühe auch Argumente und andere Sichtweise wahrzunehmen aber die Fähigkeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung erweitert sich dadurch ungemein.
    Ansonsten bleibt nämlich nichts ausser plumper Diffamierung und dem offensichtlichen Versuch eine Diskussion zu sabotieren.

  • Nachtrag:
    Im Interview im Nachrichtenmagazim Hintergrund hat Ray McGovern,, der 27 Jahre als analyst für die CIA gearbeitet hat auf den offenen Brief an Frau Merkel, den er mit acht Geheimdienstkollegen verfasst hat, verwiesen.
    Er kommt dort zu dem Schluss, daß der Abschuss der malaysischen Zivilmaschine MH17 in der Ostukraine durch das ukrainische Militär erfolgt ist und deshalb alle Beteiligten die Wahrheit lieber nicht an die Öffentlichkeit bringen wollen.
    Warum auch die Russen, die doch die Hauptbeschuldigten und sogar postwendend Bestraften sind, durch Sanktionen?
    Weil damit das "Wunder" möglich geworden ist, daß Pornoschenko der ukrinischen Armee nach über fünf Monaten Krieg gegen die eigene Bevölkerung den Befehl zum Waffenstillstand gegeben hat. Denn wenn seine Verantwortung für den Abschuss bekannt wird ist seine Macht dahin und sein Leben wohl keinen Pfiferling mehr wert. Faschisten nehmen Versagen sehr übel und die Rechtsradikalen Faschisten sind ja nicht nur in der ukrainischen Regierung an zentralen MachtPositionen sondern auch mit eigenen Kampftruppen, oder sollte ich besser sagen bewaffneten Mörderbanden aktiv, wie sie auf dem Maidan, in Odessa und anderswo bewiesen haben.

    Tja, und wenn man dann den direkten zeitlichen Zusammenhang sieht mit dem medialen Auftauchen der ISIS-terrormilizen im anschluss an den abschuss von MH17 könnte man fast auf den gedanken kommen, daß da irgendein Zusammenhang bestehen könnte. Ob die USA am ende doch noch Einfluß haben auf die von ihnen bekanntermassen mitaufgebauten, mitfinanzierten ISIS? Dann wäre auch die perfekte mediale Inszenierung des Terrors nicht mehr ganz so überraschend, weil man sich doch ansonsten schon sehr wundert woher die Terroristen so genaue Kenntnis darüber haben wie man "im Westen" maximale Aufmerksamkeit und damit auch geplante Reaktion provoziert.
    Hier der Link
    http://www.hintergrund.de/201409093233/globales/kriege/qwir-haben-keine-freie-presse-mehrq.html

  • Nur wenige werden widersprechen, wenn ich Sie als ein beispielhaftes Ergebnis einer gezielter Medienarbeit bezeichne. Es macht zwar Mühe sich auch einmal Hintergrundinformationen zu lesen, aber die Sichtweise und der Horizont erweitern sich ungemein.

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