Rede zur Lage der Nation: Obama will die Mittelklasse stärken

Rede zur Lage der Nation
Obama will die Mittelklasse stärken

US-Präsident Obama widmete sich in seiner Rede zur Lage der Nation vor allem der wirtschaftlichen Unterschiede in den USA: 40 Prozent der Amerikaner verorten sich selbst in der Unterschicht oder unteren Mittelschicht.
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WashingtonIn seiner Rede zur Lage der Nation hat Barack Obama die Stärkung der Mittelklasse versprochen. Dabei könnte dem amerikanischen Präsidenten die anziehende Konjunktur in die Hände spielen, die so stark in Fahrt gekommen ist wie seit Beginn der Finanzkrise 2008 nicht mehr.

Die Unternehmen stellen wieder verstärkt ein. Allein seit 2011 kamen mindestens 2,1 Millionen neue Jobs hinzu. Im Lauf des vergangenen Jahres fiel die Erwerbslosenquote von 7,9 auf 6,7 Prozent. Im Oktober 2009 lag der Wert noch bei zehn Prozent. Nach Jahren stetiger, aber eher bescheidener Fortschritte dürften die USA schon zur Jahresmitte die 8,7 Millionen Jobs wieder hereingeholt haben, die während der Rezession verloren gingen. Nicht wenige Wirtschaftsexperten rechnen für das laufende Jahr mit einem Wachstum von drei Prozent oder mehr. Das wäre das beste Ergebnis seit 2005.

Auch die Immobilienpreise haben zuletzt angezogen, der Bausektor brummt. Wie aus einem jüngsten Index der Ratingagentur Standard & Poor's hervorgeht, kletterten die Häuserpreise in den vergangenen zwölf Monaten um 13,7 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Immobilienexperten mit weiteren Zugewinnen - wenn auch wegen höherer Hypothekensätze in einem langsameren Tempo.

Die Konzerne verzeichnen vereinzelt wieder Rekordprofite und die Konsumenten geben mehr aus. Der Konsumklimaindex stieg in diesem Monat auf einen Wert von 80,7 - im Vorjahr lag er noch bei 73,3, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Die Umsätze im Einzelhandel legten 2013 um 4,2 Prozent zu. Das ist der vierte Jahresanstieg in Folge. Mit 15,6 Millionen verkauften Fahrzeugen lief das Geschäft in der Autoindustrie 2013 so gut wie seit 2007 nicht mehr.

Noch muss sich die US-Wirtschaft zwar von dem verheerenden Einbruch erholen, den die Finanzkrise einleitete. Aber sie kommt dem Ziel einer vollständigen Konsolidierung näher, wie Obama in seiner Rede hervorhob.

Und doch dürfte der Präsident angesichts einiger Schieflagen nicht viel zu feiern haben. Das Gros der Arbeitskräfte in seinem Land muss seit Jahren ohne Lohnerhöhung auskommen. Millionen suchen schon seit mehr als einem halben Jahr nach einem Job. Andere müssen eine schlechter bezahlte Stelle oder Teilzeittätigkeiten annehmen, um über die Runden zu kommen.

Die Zuwächse auf dem Arbeitsmarkt konzentrieren sich denn auch eher auf den Niedriglohnsektor, darunter Gastronomie und Einzelhandel. Inzwischen verorten sich 40 Prozent der Amerikaner in der Unterschicht oder unteren Mittelschicht, wie aus einer Studie des Forschungsinstituts Pew Center hervorgeht. Noch im Jahr 2008 hatten sich nur 25 Prozent so geäußert.

Auch die Weltwirtschaft ist noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Das zeigte sich vor allem, als der US-Aktienmarkt nach einem Rekordjahr 2013 angesichts von Turbulenzen in Schwellenländern wieder einbrach.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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