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Rede zur Lage der Nation: Obamas Blaupause für Amerika

Offiziell war es die Rede zur Lage der Nation - doch vor allem war es ein gigantischer Wahlkampfauftritt: US-Präsident Obama macht die Gerechtigkeit zu seinem großen Thema. Er sparte nicht mit harschen Worten.

WashingtonBarack Obama schaltet auf Wahlkampf: In seiner Rede zur Lage der Nation forderte der US-Präsident am Dienstagabend mehr Gerechtigkeit und einen höheren Beitrag der Wohlhabenden. Man dürfe sich nicht damit abfinden, dass es „einer kleiner werdenden Gruppe sehr gut geht, während eine größer werdende Gruppe gerade so durchkommt“, sagte Obama vor beiden Kammern des Kongresses. Nötig sei stattdessen eine Wirtschaft, „in der jeder seine Chance bekommt, jeder seinen fairen Anteil leistet und jeder nach denselben Regeln spielt“.  

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Die alljährliche „State Of The Union“-Rede, bei der es offiziell um die Lage und Zukunft des Landes geht, hat in diesem Jahr eine besondere Brisanz. Im November stellt sich Obama zur Wiederwahl, und die Gelegenheit, bei einer einzigen Rede die Aufmerksamkeit von geschätzten 50 Millionen Zuschauern zu bekommen, ist rar. Angesichts einer noch immer schwachen Wirtschaft und einer hohen Arbeitslosigkeit liegen seine Zustimmungsraten dauerhaft unter 50 Prozent.

USA

Deshalb nutzte der Präsident den Dienstagabend, um seine Botschaft unters Volk zu bringen. Sie lautet: Kampf für die Mittelschicht, mehr Fairness, mehr Bildung, mehr Aufstiegschancen. Es gehe um nichts weniger, als den Amerikanischen Traum zu erhalten. „Keine Herausforderung ist dringender. Keine Debatte ist wichtiger.“

Und so forderte der Präsident unter anderem einen Mindeststeuersatz von 30 Prozent für jene, die mehr als eine Million Dollar im Jahr verdienen. „Sie können das Klassenkampf nennen, aber für die meisten Amerikaner ist es einfach gesunder Menschenverstand“, sagte Obama an die Adresse seiner Kritiker von der Republikanischen Partei. So werde sich der gigantische Schuldenberg von 16 Billionen Dollar verringern lassen. Jeder müsse daran seinen „fairen Anteil“ leisten.

Es dürfe nicht sein, dass Wohlhabende „durch Steuerschlupflöcher“ prozentual weniger Steuern zahlten als Menschen mit niedrigeren Einkommen, sagte Obama. Glücklicher Zufall für ihn: Am Vortag hatte sein Herausforderer, Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, seine Steuerbescheinigung veröffentlicht. Er zahlte demnach 2010 knapp 14 Prozent auf ein 21-Millionen-Dollar-Einkommen. Der Durchschnittsverdiener zahlt 35 Prozent.

  • 25.01.2012, 12:41 UhrHardie67

    Am 31.12.2011 hat Obama übrigens eine Art Ermächtigungsgesetz unterschrieben: Jeder Bürger kann als Terrorverdächtiger eingesperrt werden. Kein Recht auf Anwalt, kein Recht auf Gerichtsverfahren. Und dieser Bürger kann jederzeit mit der Todesstrafe belegt werden.
    Wer noch freiwillig in die USA einreist, dem kann keiner mehr helfen....

  • 25.01.2012, 12:38 UhrHardie67

    Er meinte wohl kaum die Einwohner Kenias, er meinte wohl die Anhänger des Wirtschaftstheoretikers John Maynard Keynes. Die nennt man allerdings Keynianer :-)

  • 25.01.2012, 12:17 UhrAnonymer Benutzer: kuac

    Kurze Ergänzung:
    Stockman (former budget director for President Reagan) explains how the courtship of politics and high finance rewards the super-rich and corporations.

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