Rede zur Wirtschaft
Obama will Einkommensschere schließen

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in den USA immer weiter auseinander. US-Präsident Barack Obama will das ändern. Seine umstrittene Gesundheitsreform verteidigt er als Schutzmechanismus für ärmere Bevölkerungsteile.
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CharlotteNachdem sich US-Präsident Barack Obama in den vergangenen Monaten vor allem darauf konzentrieren musste, seine von Pannen heimgesuchte Gesundheitsreform durch den schlimmsten Sturm zu retten, hat er bei einer Rede zur Wirtschaft am Mittwochabend klar gemacht, dass er sich in den verbleibenden Jahren seiner Präsidentschaft vor allem darauf konzentrieren will, die Einkommensschere in den USA zu schließen.

Die USA seien bei der Einkommensmobilität hinter andere Industriestaaten zurückgefallen, sagte Obama. Diese wachsende Ungleichheit sei eine „fundamentale Gefahr für den amerikanischen Traum“, sagte er. Diesen Trend könne man umkehren, indem die Produktivität und das Wirtschaftswachstum gesteigert werden, unter anderem durch Bildung, Infrastrukturausgaben und gezielte Investitionen, um Jobs zu schaffen.

Vergangenes Jahr lebten 15 Prozent der Amerikaner unterhalb der Armutsgrenze, verglichen mit 11,3 Prozent im Jahr 2000. Laut einer Studie der University of California in Berkeley strichen die zehn einkommensstärksten Prozent der Bevölkerung 2012 mehr als die Hälfte des Gesamteinkommens der USA ein. Das ist der größte Anteil, seit die Regierung 1917 anfing, solche Daten zu sammeln.

Obama will unter anderem den bundesweiten Mindestlohn von derzeit 7,25 Dollar bis 2015 auf neun Dollar anheben und an die Inflation koppeln. Diese Lohnsteigerung würde 15 Millionen Amerikaner berühren, sagte das Weiße Haus. Im Senat wird derzeit ein Vorschlag verhandelt, den Mindestlohn sogar auf 10,10 Dollar pro Stunde anzuheben.

In seiner Rede verteidigte Obama auch seine Gesundheitsreform als wichtige Maßnahme, um einkommensschwächeren Amerikanern finanzielle Sicherheit zu bieten. Mit Material von Bloomberg.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin

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