Referendum
Grönland wird selbstständiger

Die Arktis-Insel Grönland löst sich weiter vom einstigen Mutterland Dänemark. In einer Volksabstimmung haben sich die Grönländer mit überwältigender Mehrheit für eine größere Autonomie ausgesprochen.

HB KOPENHAGEN. Die Abstimmung gilt als wichtiger Schritt hin zu einer völligen Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark. Bei dem Referendum votierten 76 Prozent der Grönländer für eine Ausweitung der Befugnisse der einheimischen Regierung, wie die Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Angenommen wurden damit auch Richtlinien für die Aufteilung der erhofften Einnahmen aus Ölvorkommen vor der Küste, außerdem wird Grönländisch als offizielle Landessprache anerkannt.

Die größte Insel der Welt war seit Anfang des 17. Jahrhunderts dänische Kolonie und ist seit 1979 ein autonomer Teil Dänemarks. Das Autonomiegesetz hat die halbautonome grönländische Regierung mit Kopenhagen ausgehandelt.

Den knapp 60 000 Bewohnern Grönlands geht es dabei unter anderem um eine größere Kontrolle der Bodenschätze, darunter Öl, das vor der Polarküste vermutet wird, sowie um mehr Eigenverantwortung im Justizbereich. Dänemark wird aber weiter für die Außen- und Geldpolitik seiner einstigen Kolonie zuständig bleiben.

"Wenn wir zurückblicken in der Geschichte, dann ist dies das erste Mal, dass wir gefragt wurden", sagte Grönlands Ministerpräsident Hans Enoksen nach der Abstimmung. "Ich bin tief gerührt, denn erstmals werden wir, wie andere Völker auch, als Nation anerkannt."

In Kopenhagen begrüßte Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen die Entscheidung. Er sei froh, dass der Autonomie-Entwurf von so vielen unterstützt worden sei. Die erweiterte Autonomie soll am 21. Juni 2009 in Kraft treten.

Mit einer Fläche von knapp 2,2 Mio. Quadratkilometern ist Grönland etwa sechsmal so groß wie Deutschland. Mehr als 80 Prozent sind ständig von bis zu 3 000 Meter dickem Eis bedeckt. Die Erwärmung der Erde wirkt sich allerdings bereits deutlich aus.

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