Referendum in Irland
Sieg für Befürworter der Homo-Ehe

„Sehr beeindruckender Sieg“ für die Verfechter der Homo-Ehe in Irland: Vor 22 Jahren machten sich Homosexuelle in dem katholischen Land noch strafbar. Jetzt stimmte das Inselvolk mehrheitlich für die Homo-Ehe.
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DublinIm katholisch geprägten Irland wird es künftig Eheschließungen für gleichgeschlechtliche Paare geben. Nach dem Volksentscheid vom Freitag zeichnete sich bei der Auszählung am Samstag eine klare Mehrheit für die Verfassungsänderung ab. „Glückwunsch an die Ja-Seite. Gut gemacht“, sagte der Leiter der Gegenkampagne, David Quinn, und räumte damit die Niederlage ein.

Irland ist das erste Land, das per Volksentscheid die Homo-Ehe zulässt. Bisher stand dort homosexuellen Paaren - ähnlich wie in Deutschland - nur die Möglichkeit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft offen. Diese bot aber nicht den gleichen verfassungsmäßigen Schutz der Familie.

Die Regierung von Premierminister Enda Kenny hatte sich vehement für die Zulassung der Homo-Ehe eingesetzt. „Das ist ein großer Tag für Irland“, sagte Gesundheitsminister Leo Varadkar. Er hatte erst im Januar seine eigene Homosexualität öffentlich gemacht. „Für mich persönlich ist das nicht nur ein Referendum, sondern eine soziale Revolution.“ Bis 1993 waren gleichgeschlechtliche Beziehungen in Irland noch strafbar.

Gegen die Zulassung der Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare hatte sich vor allem die katholische Kirche eingesetzt. Die Organisation Mothers and Fathers Matter, die sich streng gegen die Verfassungsänderung eingesetzt hatte, gab sich geschlagen: „Das Resultat von heute wurde erreicht durch die Regierung, nachdem sie bestimmte Versprechungen hinsichtlich Leihmutterschaft, Adoption und anderen Dingen gemacht hat. Viele Wähler haben das geglaubt, jetzt muss es auch eingehalten werden.“

Premier Kenny lobte die hohe Wahlbeteiligung. Allein 60.000 Menschen hatten sich eigens für die Abstimmung ins Wahlregister eingetragen. Viele, vor allem junge Menschen, kamen aus dem Ausland in ihre irische Heimat zurück, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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