Reform der Finanzmärkte
2,2 Billionen Euro durch Finanzkrise vernichtet

Nach Berechnungen der Bank von England hat die weltweite Finanzkrise inzwischen zu Verlusten von 2,2 Billionen Euro geführt. In Berlin trifft Bundekanzlerin Angela Merkel am Dienstag erstmals die Expertenkommission, die Vorschläge zur Reform der internationalen Finanzmärkte erarbeiten soll.

HB LONDON/BERLIN. Um den angeschlagenen Banken zu helfen, haben Regierungen auf der ganzen Welt bislang mehr als 933 Milliarden Euro ausgegeben, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Stabilitätsbericht der britischen Notenbank hervorgeht.

Die Prognose der britischen Währungshüter ist damit noch düsterer als die des Internationalen Währungsfonds. Der IWF hatte Anfang Oktober weltweite Verluste im Zuge der Krise von rund 1,1 Billionen Euro vorhergesagt. Seitdem hat sich die Lage an den Aktien- und Devisenmärkten aber nochmals dramatisch zugespitzt.

Der stellvertretende Gouverneur der britischen Zentralbank sprach sich dafür aus, das internationale Krisenmanagement grundlegend zu überarbeiten und riskante Geschäfte stärker zu beschränken. Um eine Wiederholung der Krise zu verhindern, müssten Banken genug Rücklagen bilden, um beim nächsten Abschwung ohne fremde Hilfe überleben zu können.

In Deutschland treffen sich heute Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück erstmals mit der Expertenkommission zur Reform der Finanzmärkte. Die Gruppe wird von dem früheren Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing, geleitet. Sie soll Vorschläge für eine Reform der internationalen Finanzmärkte erarbeiten. Merkel fordert eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte durch den Internationalen Währungsfonds, mehr Transparenz dieser Märkte und weniger Anreize für Risikoanlagen.

Die EU-Kommission hat unterdessen den deutschen Banken-Rettungsschirm genehmigt. Dies teilten die Bundesministerien für Finanzen und Wirtschaft am Dienstag in Berlin mit. „Damit steht der konkreten Anwendung nichts mehr im Weg“, heißt es in der Mitteilung. „Maßnahmen zur Stabilisierung von Banken und anderen Finanzinstituten können nun umgehend realisiert werden. Das stützt den gesamten Finanzmarkt in Deutschland.“

Die Bundesregierung hatte schon während des laufenden Verfahrens zum Finanzmarktstabilitätsgesetz ständig Kontakt zu der Brüsseler Behörde gehalten; nun erging die Entscheidung der Kommission innerhalb weniger Tage.

Mit dem Gesetz stehen Staatsgarantien für Kredite bis zu 400 Milliarden Euro sowie Eigenkapitalhilfen bis 80 Milliarden bereit, um den Interbankenverkehr wieder in Gang zu bringen und die Kreditversorgung der Wirtschaft zu gewährleisten. Das Interesse der privaten Bankenbranche an den Nothilfen war in den ersten Tagen jedoch sehr gering.

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