Reform des IWF
China fordert Ende des Dollars als Leitwährung

Chinas Zentralbank fordert eine umfassende Reform des internationalen Währungssystems und langfristig eine Ablösung des Dollars als weltweite Leitwährung. Die Sonderziehungsrechte (SZR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) hätten das Potenzial, zu einer übernationalen Reservewährung zu werden, sagte Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan.

HB PEKING. Um für die globale Finanzkrise benötigtes Kapital zu beschaffen, denkt die Führung in Peking zudem an den Kauf von Schuldverschreibungen, die der Währungsfonds ausgeben könnte.

Die Sonderziehungsrechte, die der Zentralbankchef anspricht, wurden vom IWF 1969 eingeführt, verloren jedoch nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems fester Wechselkurse 1971 ihre Bedeutung. Ihr Wert bemisst sich an einem Währungskorb, der die Bedeutung verschiedener Devisen für den Welthandel widerspiegelt und regelmäßig angepasst wird. China verspricht sich vom verstärkten Einsatz der SZR ein größeres Gewicht im Währungsfonds.

Grundsätzlich will die Volksrepublik den Internationalen Währungsfonds stärken und zum Aufsichtsorgan des internationalen Finanzsystems ausbauen. Das bekräftigte die Vize-Gouverneurin der chinesischen Zentralbank, Hu Xiaolian mit Blick auf den bevorstehenden G20-Finanzgipfel am 2. April in London. Die Fähigkeit internationaler Finanzorgane, mit Finanzkrisen besser umzugehen und Risiken künftig früher zu erkennen, müsse verbessert werden. Die Struktur und Führung des Währungsfonds müssten dafür effizienter gestaltet sein, forderte Hu Xiaolian. Auch sollten die Entwicklungsländer mehr Mitsprache bekommen.

Für die schnell benötigte Rekapitalisierung sollte der Währungsfonds verschiedene Kanäle erkunden. Da die Veränderung der Quoten einzelner Länder und ihrer Stimmrechte ein langwieriger Prozess sei, könnte der Währungsfonds auch Obligationen ausgeben, was kurzfristig ginge. „China wird positiv in Erwägung ziehen, die Schuldverschreibungen zu kaufen“, sagte Hu Xiaolian, die auch Chefin der chinesischen Währungsaufsicht ist.

Der Währungsfonds hatte um zusätzliche 250 Mrd. Dollar gebeten, während die USA sogar doppelt so viel für nötig halten. Japan hatte dem Währungsfonds einen Kredit über 100 Mrd. Dollar gewährt, während die Europäische Union vergangene Woche 75 Mrd. Euro bereitstellte.

Bei der Suche nach einem neuen Aufsichtsrahmen für das weltweite Finanzsystem hat aus chinesischer Sicht die Stärkung der bestehenden Finanzorgane Vorrang gegenüber der Schaffung neuer Institutionen. Die Zuständigkeiten zwischen dem Währungsfonds und dem Forum für Finanzstabilität (FSF) müssen man klarer regeln, forderte Hu Xiaolian. Während das FSF eine größere Rolle spielen könnte, die Standards festzulegen, sollte der Währungsfonds die Aufsicht ausüben.

Die Vizechefin der Zentralbank bekräftigte, dass China auch in Zukunft amerikanische Schatzanleihen kaufen werde. Sie seien ein „wichtiges Element der Investitionsstrategie für die chinesischen Währungsreserven“, sagte Hu Xiaolian. „Wir werden diese Praxis fortsetzen.“

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