Reform in der Autonomiebehörde
Viele Siedler wollen Gazastreifen freiwillig räumen

Knapp ein Drittel der jüdischen Siedler im Gazastreifen will das Gebiet einem Zeitungsbericht zufolge freiwillig räumen.

HB TEL AVIV. Mehr als 2000 der rund 7500 Siedler hätten wegen Entschädigungszahlungen Kontakt zu Regierungsstellen aufgenommen, berichtete die Tageszeitung „Jediot Achronot“ am Mittwoch. Militante Palästinenser griffen unterdessen in Gaza einen Konvoi des stellvertretenden palästinensischen Geheimdienstchefs Tarik Abu Radschub an. Ein Leibwächter sei erschossen worden, Radschub selber schwer verletzt, teilten Polizeikreise mit. Er wurde zur Behandlung nach Israel gebracht.

Die israelische Regierung äußerte sich überzeugt, dass eine Evakuierung der Siedlungen im Gazastreifen ohne Blutvergießen möglich sei. „In einem Fall will eine ganze Siedlung geräumt werden. Die Zahlen steigen und sind ermutigend“, zitierte das Blatt einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter von Ministerpräsident Ariel Scharon. Siedlergruppen hatten Widerstand angekündigt. Die israelische Armee will die Vorbereitungen für einen Abzug in einigen Wochen abgeschlossen haben.

Das palästinensische Parlament beauftragte die Regierung von Ahmed Kureia mit Reformen in der Autonomiebehörde. Die Abgeordneten folgten damit mehrheitlich Vorgaben von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, obwohl die meisten Redner die von einem Komitee ausgearbeiteten Vorschläge kritisierten. In einem Brief an das Parlament, der am Mittwoch verlesen wurde, rief Arafat die Regierung auf, nun ihre Pflicht zu tun. Kritiker hatten mehrfach gefordert, Arafat selbst solle die versprochenen Reformen in Kraft setzen und korrupte Mitarbeiter aus der Führung entlassen. So wurden die neuen Vorschläge im Parlament als „unglaubwürdig“ bezeichnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%