Reformen angekündigt
Sarkozy will die Kaufkraft stärken

Präsident Nicolas Sarkozy will mit einer Reihe von Reformen die Kaufkraft der Franzosen stärken. Mitte Dezember will er die für 2008 geplanten Maßnahmen an einem runden Tisch mit Vertretern von Gewerkschaften und Unternehmensverbänden beraten. Steuergeschenke schloss er aber in einem Interview aus.

HB PARIS. „Der einzige Weg, die Kaufkraft zu verbessern ist es, die Bedingungen für Wachstum zu schaffen und den Wert der Arbeit wiederherzustellen“, sagte er in dem umfangreichen Fernsehinterview. Er kündigte eine weitere Lockerung der 35-Stunden-Woche und großzügige Zuschläge für Überstunden oder Wochenendarbeit an.

Beschäftigte sollten in Zukunft das Recht haben, sich Überstunden auszahlen zu lassen anstatt einen Freizeitausgleich dafür zu nehmen, sagte Sarkozy. Zudem müsse ihnen die Möglichkeit eingeräumt werden, auch am Sonntag mehr zu arbeiten. Als Anreiz dafür soll der Stundenlohn dafür verdoppelt werden.

Sarkozy vermied in dem 45-minütigen Gespräch jede Aussage über die Kosten der geplanten Maßnahmen. Stattdessen betonte er: „Das französische Volk erwartet nicht von mir, dass ich wie der Weihnachtsmann Geschenke verteile. Es weiß sehr genau, dass in den Kassen kein Geld ist.“ Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone kämpft mit einem hohen Defizit und großen öffentlichen Schulden, da das Wachstum seit Jahren lahmt.

„Ich kämpfe an allen Fronten für eine Reform Frankreichs, damit es konkurrenzfähiger wird, mehr Wachstum erzeugt und damit weniger Arbeitslose hat“, betonte Sarkozy. Nach einer ersten großen Streikwelle in den vergangenen zwei Wochen ist die Zustimmung für den seit Mai amtierenden Präsidenten in Umfragen zuletzt erstmals unter 50 Prozent gefallen.

Jüngsten Daten zufolge ist das französische Verbrauchervertrauen so schwach wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Die Franzosen treibt die Sorge um, dass die Lebenshaltungskosten durch die hohen Ölpreise und Mieten weiter steigen. Der Konsum der Privathaushalte ist eine zentrale Stütze des Wachstums.

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