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Reformen in Italien: Monti stellt sein Wirtschaftsprogramm ins Netz

Nach seinem Rücktritt am Freitag ist der ehemalige italienische Regierungschef Mario Monti nur noch geschäftsführend im Amt. Trotzdem wirbt er um Unterstützung für Reformen - mit einem Programm für eine weitere Amtszeit.

Mario Monti wirbt bei der italienischen Bevölkerung um Unterstützung. Quelle: dapd
Mario Monti wirbt bei der italienischen Bevölkerung um Unterstützung. Quelle: dapd

RomIn Italien wirbt der zurückgetretene Ministerpräsident Mario Monti bei der Bevölkerung um Unterstützung für weitere Reformen. Zwei Monate vor der Parlamentswahl veröffentlichte der frühere EU-Kommissar am Montag im Internet sein Programm für eine weitere Amtszeit und rief die Italiener zu einer Debatte über die Zukunft des hoch verschuldeten Landes auf.

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Die "Agenda Monti" sieht einen Mix aus Maßnahmen zur Haushaltssanierung sowie Strukturreformen vor. Ab 2015 soll die Verschuldung um jährlich fünf Prozent gesenkt werden. Ziel sei es, den Schuldenstand von derzeit rund 126 auf 60 Prozent der Wirtschaftsleistung zu senken.

Italien

Zudem will Monti härter gegen Korruption vorgehen und dafür sorgen, dass mehr Frauen sowie vor allem junge Arbeitslose wieder einen Job finden.

Monti hatte sich grundsätzlich bereiterklärt, Italien auch nach den Neuwahlen im Februar aus der Schuldenkrise zu führen. Obwohl es derzeit als unrealistisch gilt, dass Monti erneut den Posten des Regierungschefs erhalten wird, könnte sein Wirtschaftsprogramm die Agenda der nächsten Regierung mitprägen.

Monti ist seit seinem Rücktritt am Freitag nur noch geschäftsführend im Amt. In Umfragen liegt die sozialdemokratisch orientierte Demokratische Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Pier Luigi Bersani derzeit weit in Führung. Monti wurde in der Bevölkerung zuletzt immer unbeliebter.

 

  • 25.12.2012, 09:42 UhrGandhi

    Guter Vergleich :-)
    Solange ein Staat diese enormen EU-Unterstüzungsgelder -in welcher Form auch immer - bekommt, sind selbstreinige, nationale Anstrengungen ja nicht wirklich nötig. Der deutsche Steuerzahler wird es schon richten.

  • 25.12.2012, 08:39 UhrNordmann

    Dass auch nur irgendeines der südeuropäischen Länder tatsächlich sanierungsfähig ist - und!! - wieder wettbewerbsfähig gemacht werden kann, halte ich für Spiegelfechterei. Der Weltuntergang am 21.12.2012 war entschieden wahrscheinlicher.

  • 25.12.2012, 07:44 UhrWegweiser

    @Gebrüder Grimm

    War ironisch gemeint, denn: Draghi saniert die Eurozone mit Hilfe der elektronischen Notenpresse (LTRO, ELA, Target 2, Niedrigstzinsen), den wirklichen Sanierungsbeitrag zahlen die Nordländer. Saniert wird ja nichts, in erster Linie werden Banken gerettet, Gläubiger und Anleger, die sich dank des Euro verkalkuliert haben, werden zu Lasten der Steuerzahler herausgekauft. Man kann dieser Materie ja eigentlich nur noch mit Ironie begegnet.

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