Reformpolitik
Streikwelle in Frankreich im November

Der Unmut über Sarkozys Reformpolitik wächst: Auf die französische Regierung rollt im November eine ganze Welle von Streiks zu, betroffen ist vor allem der Öffentliche Dienst. Die Streiks richten sich gegen die geplante Abschaffung von Rentenprivilegien – Start ist der 14. November.

HB PARIS. Bei der staatlichen Bahngesellschaft SNCF sollen die Züge ab dem 14. November auf unbestimmte Zeit stillstehen. Zu dem Ausstand riefen gestern sechs der acht SNCF-Arbeitnehmervertretungen auf. Nur die Gewerkschaft Fgaac, in der rund 30 Prozent der SNCF-Lokführer organisiert sind, will sich nicht beteiligen. Die Gewerkschaft CFDT behält sich ihre Entscheidung noch vor. Bei den staatlichen Energieversorgern EDF und GDF soll die Arbeit am 14. November ebenfalls ruhen. Die Gewerkschaften der Pariser Metrobetriebe RATP wollten gestern Abend entscheiden, ob sich dem Streik auch anschließen.

Die Streiks am 14. November richten sich gegen die geplante Abschaffung von Rentenprivilegien in Staatsbetrieben. Bisher können Beschäftigte etwa der SNCF deutlich früher bei vollen Bezügen in den Ruhestand gehen als Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft. Diese Vorteile will Staatspräsident Nicolas Sarkozy bis 2012 schrittweise streichen. Gegen das Vorhaben hatten die Betroffenen am 18. Oktober schon einmal gestreikt und das Land in ein Verkehrschaos gestürzt.

Auch in anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes wächst der Unmut über Sarkozys Reformpolitik. Am 20. November wollen die Beamten, darunter auch die Lehrer, die Arbeit niederlegen. Sie wehren sich gegen das Vorhaben der Regierung, 2008 rund 23 000 Beamtenstellen nicht wieder zu besetzen. Am 29. November schließlich wollen die Staatsdiener in der Justiz streiken. Grund dafür ist die Absicht der Regierung, im ganzen Land Gerichte zu schließen. Ein weiterer Hinweis auf das zunehmend gespannte soziale Klima im Land war der Streik bei der Fluggesellschaft Air France. Mit dem fünftägigen Ausstand wollte die Belegschaft höhere Löhne erzwingen. Das Management hatte einen Arbeitskampf dieses Ausmaßes nicht erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%