Regierung gab den Schritt nach Börsenschluss bekannt
China senkt Exportsubventionen

China will mit einem ungewöhnlichen Schritt seinen riesigen Handelsüberschuss zähmen: Das Land kürzt oder streicht am 1. Juli Exportsubventionen für fast 3 000 Produktgruppen. Dazu gehören bestimmte Textilien, Schuhe sowie einige Stahl- und Metallerzeugnisse, wie das Finanzministerium am Dienstag mitteilte.

HB PEKING. In den vergangenen zwölf Monaten übertrafen Chinas Exporte die Importe um 217 Mrd. Dollar. Handelspartner wie die USA werfen dem Land deshalb immer wieder vor, die Exporte mit unfairen Mitteln anzuheizen.

Die Regierung gab den Schritt erst nach Börsenschluss bekannt - womöglich, um einen Kursrutsch exportabhängiger Aktien zu verhindern. Die Kürzung kam jedoch nicht unerwartet: Die Regierung hatte bereits zuvor erklärt, dass viele der Steuerbefreiungen zu hohe Investitionen in Energie-intensive und Umwelt-verschmutzende Industrien ermutigen. Ein europäischer Diplomat in Peking nannte es jedoch ungewöhnlich, dass so viele Produkte auf einmal betroffen sind. In der Vergangenheit hat das Land zwar schon oft Exportsubventionen gekürzt, führte aber gleichzeitig neue Steuerbefreiungen für höherwertige Produkte ein.

Einige der Steueränderungen gehen direkt auf die Beschwerden von Handelspartnern zurück. So hatten etwa US-Stahlhersteller erst in diesem Monat die US-Regierung dazu aufgefordert, Strafzölle auf bestimmte Stahlprodukte aus China zu erheben, da diese dank der Subventionen zu unfair niedrigen Preisen verkauft würden.

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