Regierung hat Bericht nicht bestätigt
Blair plant offenbar Truppeneinsatz im Sudan

Der britische Premierminister Tony Blair hat nach einem Bericht der Zeitung „The Guardian“ Pläne für einen möglichen Truppeneinsatz im Sudan ausarbeiten lassen. Wie der „Guardian“ in seiner Donnerstagausgabe schreibt, gebe es drei Optionen für einen Militäreinsatz zum Schutz der Menschen in der sudanesischen Krisenregion Dafur.

HB LONDON. Britische Soldaten könnten bei der Verteilung von Hilfsgütern eingesetzt werden, falls die Hilfsorganisationen diese Aufgabe nicht mehr erfüllen könnte. Zur Zeit würde die belgische Luftwaffe bei der Versorgung der Menschen helfen. Großbritannien setzt aus Kostengründen zivile Flugzeuge ein.

Andererseits könnte Großbritannien die Soldaten der Afrikanischen Union (AU) bei deren Einsatz unterstützen. Der AU fehlt es an Ausrüstung, darunter auch Hubschrauber, die für den Erfolg eines humanitären Einsatzes in Dafur von entscheidender Bedeutung sei.

Zudem könnten britische Truppen Flüchtlingslager vor marodierenden Milizen schützen. Somit würden Sicherheitszonen geschaffen. Für diese sehr riskante Option wäre eine Zustimmung der sudanesischen Regierung notwendig. Die Chancen dafür sind laut „Guardian“ nicht besonders groß. Der britische Außenminister Jack Straw werde in Kürze selbst in den Sudan fliegen, um sich von der Krise selbst ein Bild zu machen, schrieb die Zeitung weiter.

Ein Sprecher Blairs bestätigte den Bericht nicht. Im Außenministerium wurde darauf verwiesen, dass man sich noch „im diplomatischen Stadium“ befinde.

Bei dem Konflikt in der westsudanesischen Provinz Darfur sind nach UN-Schätzungen in den vergangenen 15 Monaten zwischen 10 000 und 30 000 Menschen getötet worden. Eine Million Schwarzafrikaner sind vor den mordenden und plündernden arabischen Dschandschawid-Milizen aus ihren Dörfern geflüchtet.

Zwei Millionen Menschen im Sudan sind akut vom Hunger bedroht und auf UN-Lebensmittelhilfen angewiesen. Der UN hat die sudanesische Regierung versichert, sie werde die Bevölkerung der Region schützen und die Angreifer, die ganze Dörfer niederbrennen und die Einwohner terrorisieren, bestrafen. Nach Erkenntnissen von Menschenrechtsorganisationen werden ist die Regierung allerdings selbst in die Vertreibung der schwarzafrikanischen Sudanesen aus Darfur verwickelt.

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