Regierung will Soldaten frühzeitig aus dem Irak abziehen
Philippinische Regierung lässt sich erpressen

Die philippinische Regierung will ihre Soldaten „sobald wie möglich“ aus dem Irak abziehen, um das Leben eines dort verschleppten Philippiners zu retten. Eine entsprechende Erklärung an die Entführer verlas der stellvertretende philippinische Außenminister Rafael Sequis im arabischen Nachrichtensender El Dschasira am späten Montagabend.

HB MANILA. Wie der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Angaben aus der philippinischen Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad berichtete, soll der Lastwagenfahrer am Dienstag freigelassen werden. Dies hätten die Entführer zugesichert. Diese Nachricht sei kurz nach der Erklärung von Sequis bekannt geworden. Einen konkreten Termin nannte Vize-Außenminister Rafael Seguis dem arabischen Sender Al-Dschasira zufolge jedoch nicht. CNN nannte hingegen den 20. Juli als Abzugstermin, wie es die Kidnapper gefordert hatten.

Die Geiselnehmer des Lastwagenfahrers Angelo de la Cruz hatten am am Montag ihr Ultimatum an die Regierung in Manila um 24 Stunden verkürzt. Die Philippinen sollten bis Montag 21.00 Uhr MESZ einem vorzeitigen Abzug ihrer 51 Soldaten und Polizisten aus dem Irak zustimmen. Andernfalls drohten die Entführer, den Lastwagenfahrer Angelo de la Cruz zu ermorden, berichtete El Dschasira, der eine Videobotschaft der Entführer veröffentlichte. Auf dem Band hieß es, der Lkw-Fahrer sei bereits an den Ort seiner bevorstehenden Ermordung gebracht worden.

Das neuerliche Ultimatum war am Montagabend verstrichen. Stunden zuvor hatte die philippinische Arbeitsministerin Patricia Santo Tomas noch von einem „Zeichen der Hoffnung und des Optimismus'“ gesprochen, als die Entführer das Ultimatum um 48 Stunden verlängert hatten. Der Lkw-Fahrer war in der vergangenen Woche verschleppt worden. Am Wochenende hatte die Regierung in Manila klar gemacht, dass sie ihr Kontingent nicht vor dem 20. August abziehen werde, dem geplanten Termin der Beendigung seiner Mission in dem arabischen Land.

Auch das Schicksal zweier bulgarischer Geiseln blieb weiter unklar. Die Regierung in Sofia erklärte lediglich, sie sei zuversichtlich, dass die beiden Lkw-Fahrer noch lebten, auch wenn das Ultimatum der Geiselnehmer bereits am Freitag abgelaufen sei. Die Entführer hatten mit der Tötung der Geiseln innerhalb von 24 Stunden gedroht, sollten die USA nicht irakische Gefangene frei lassen.

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