Regierung wirft Opposition „ethnische Säuberungen“ vor: Fast 300 Menschen in Kenia getötet

Regierung wirft Opposition „ethnische Säuberungen“ vor
Fast 300 Menschen in Kenia getötet

Nach der Eskalation der Gewalt in Kenia hat die Regierung der Opposition vorgeworfen, „ethnische Säuberungen“ zu betreiben. Bei den Unruhen nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mwai Kibaki sind bislang fast 300 Menschen ums Leben gekommen. Unterdessen wird die internationale Kritik an den wohl gravierenden Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung lauter.

HB NAIROBI. Die Kampagne werde von Oppositionschef Raila Odinga gesteuert und richte sich gegen den Volksstamm der Kikuyu, sagte Regierungssprecher Alfred Matua am Mittwoch der BBC. Präsident Mwai Kibaki gehört zum Volk der Kikuyu. Er war nach der umstrittenen Wahl erneut zum Präsidenten vereidigt worden. Die Opposition wirft ihm jedoch Wahlfälschung vor und beansprucht den Sieg für sich.

Regierungssprecher Matua machte die Opposition allein für die tagelangen Unruhen verantwortlich, bei denen bereits fast 300 Menschen starben. Allein 50 Menschen wurden beim Brand einer Kirche westlich der Hauptstadt Nairobi getötet, in die sie sich geflüchtet hatten. Der unterlegene Oppositionführer Raila Odinga kündigte für Donnerstag eine Demonstration mit einer Million Teilnehmern an. Die EU und die USA lehnten es ab, Kibaki zu seiner Wiederwahl zu gratulieren. Anhänger von Oppositionsführer Odinga werfen ihrerseits Kibaki eine Politik von Vertreibungen und Gewalt vor. Odinga gehört zum Volk der Luo.

Die jüngsten Unruhen haben dem florierenden Tourismusgeschäft einen herben Dämpfer versetzt. Viele Touristen trauen sich aus Sorge vor den Krawallen nicht mehr aus dem Hotel. Kenia gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen in Afrika.

Unter dem Eindruck der blutigen Unruhen haben die USA und Großbritannien die rivalisierenden politischen Führer in Kenia zur Verständigung aufgerufen. In der am frühen Mittwochmorgen vom Außenministerium in London veröffentlichten gemeinsamen Erklärung verlangten US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr britischer Kollege David Miliband ein Ende der Gewalt. Vorrangig sei dazu ein „nachhaltiger Aufruf“ der politischen Führer des Landes an ihre Anhänger. Rice und Miliband appellierten in diesem Zusammenhang an den „Geist des Kompromisses“. Die demokratischen Interessen Kenias müssten im Vordergrund stehen.

Washington und London begrüßten ausdrücklich den Aufruf der Afrikanischen Union an die Konfliktparteien, die Gewalt zu beenden, sowie das Engagement der Europäischen Union und des Commonwealth. Es gebe unabhängige Berichte über gravierende Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung, kritisieren beide Politiker.

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