Regierungen wollen in der Krise stärker zusammenarbeiten
USA und EU denken über G7 hinaus

In der Finanzkrise rücken die Regierungen enger zusammen: Sowohl die USA als auch die EU schlagen nun eine Weltfinanzkonferenz vor, auf der sich Industrie- und Schwellenländer über gemeinsame Regeln für die internationalen Finanzmärkte verständigen sollen.

BERLIN. Nach der konzertierten Zinssenkungsaktion der Notenbanken wollen jetzt auch die Regierungen weltweit in der Finanzkrise stärker zusammenarbeiten. Zwar gab es in den vergangenen Tagen bereits unzählige bilaterale Telefonate der Regierungschefs und Finanzminister, zudem ein Treffen der vier größten EU-Staaten in Paris. Aber nun wird sowohl in Washington als auch in der EU eine Weltfinanzkonferenz vorgeschlagen, auf der sich Industrie- und Schwellenländer über gemeinsame Regeln für die internationalen Finanzmärkte verständigen sollen.

Hintergrund der Bemühungen ist auf beiden Seiten des Atlantiks der Eindruck, dass nur ein gemeinsames Vorgehen in Zukunft ähnliche Finanzkrisen verhindern kann. US-Finanzminister Henry Paulson hatte deshalb am Mittwochabend einen Weltfinanzgipfel zusammen mit Staaten wie China oder Indien angeregt. Dieser solle nach dem G7-Finanzministertreffen am Wochenende, unbedingt aber noch in diesem Jahr stattfinden. Auch die französische EU-Präsidentschaft schlägt in dem Entwurf für das Abschlussdokument des EU-Gipfels kommende Woche vor, dass sich die EU bald mit ihren Partnern auf eine "echte und umfassende Reform des internationalen Finanzsystems" einigen soll. Die Bundesregierung dringt seit längerem etwa auf einheitliche internationale Transparenz- und Bilanzvorschriften.

In den vergangenen Tagen hatten die Staats- und Regierungschefs hektisch miteinander telefoniert, um eine Abstimmung über nationale Rettungspakete zu erreichen. US-Präsident George W. Bush teilte nach einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mit, "alle Länder müssen zusammenarbeiten, um Maßnahmen zu koordinieren". Merkel telefonierte dazu allein am Mittwoch mit den Regierungschefs von Großbritannien, Italien, Luxemburg sowie mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. "Deutschland und Frankreich werden sich engstens miteinander abstimmen", betonten beide danach.

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