Regierungsbildung fast abgeschlossen
Frau soll Vize-Premier im Irak werden

Mehr als drei Monate nach der Wahl im Irak ist die Regierungsbildung dort fast abgeschlossen. Das wichtige Ölressort geht an einen Schiiten.

HB BERLIN. Gut eine Woche nach der Regierungsbildung im Irak haben sich die Parteien auf die Besetzung wichtiger Kabinettsposten geeinigt. Das Abgeordnetenhaus in Bagdad billigte am Sonntag mit den Stimmen von 112 der 155 anwesenden Parlamentarier die Berufung von sechs Ministern im Kabinett von Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari. Offen ist demnach noch das Amt eines vierten stellvertretenden Ministerpräsidenten, das Al Dschaafari mit einer Frau besetzen will.

Das Schlüsselressort der Ölindustrie übernahm der schiitische Politiker Ibrahim Bahr al Ulum. Unter den zuletzt nominierten Kabinettsmitgliedern sind vier Sunniten: Verteidigungsminister Saadun al Duleimi, Menschenrechtsminister Haschim Abdul Rahman al Schibli, Industrieminister Osama al Nudschaifi und der stellvertretende Ministerpräsident Abed Mutlak al Dschiburi. Neuer Minister für die Elektrizitätsversorgung ist der Schiit Mihsin Schlasch.

Ethnische Spannungen zwischen der schiitischen Mehrheit, arabischen Sunniten und kurdischen Sunniten haben die Bildung des 37-köpfigen Kabinetts mehrfach verzögert. Auch das Fernbleiben von 120 Abgeordneten bei der Abstimmung am Sonntag wurde als Ausdruck dieser Probleme betrachtet.

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