Regierungsbildung offen
Kataloniens Wähler wollen mehr Autonomie

Starke Zugewinne für die separatistische Republikanische Linke (ERC) bei den Parlamentswahlen in der spanischen Region Katalonien setzen die Regierung in Madrid unter Druck. Zwar haben die gemäßigten Nationalisten (CiU) die meisten Sitze errungen, aber die ERC konnte die Anzahl ihrer Mandate fast verdoppeln.

HB BARCELONA. Die CiU gewann zum siebten Mal in Folge die meisten Mandate. Allerdings muss die Partei, die die wirtschaftlich stärkste Region Spaniens seit über 23 Jahren regiert, nach Stimmeinbußen eine Koalition zur Regierungsbildung eingehen.

Nach den am Montag veröffentlichten Wahlergebnissen nimmt die separatistische Republikanische Linke (ERC) eine Schlüsselposition ein. Sie verdoppelte fast die Zahl ihrer Sitze und gibt den Ausschlag, wer die Region im Nordosten Spaniens künftig regieren wird. Die Sozialisten (PSC) scheiterten mit dem Vorhaben, die CiU als stärkste Partei abzulösen. Sie gewannen nur 42 Sitze, 10 weniger als 1999.

Die CiU kam auf 46 (minus 10) der insgesamt 135 Mandate. Die Republikaner gewannen 23 (plus 11) Sitze, die konservative Volkspartei (PP) erhielt 15 (plus 3) und die ICV 9 (plus 6) Mandate. Beobachter erwarteten, dass die ERC mit der CiU koalieren und den Technokraten Artur Mas (CiU) zum Ministerpräsidenten wählen würde. Die Wahl markierte den Beginn einer neuen Ära. Der bisherige Ministerpräsident Jordi Pujol (CiU), der die Region seit über 23 Jahren regiert hatte, kandidierte nicht mehr. Katalonien ist mit 6,3 Millionen Einwohnern bevölkerungsreicher als Dänemark oder Finnland.

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