Regierungsgebäude angegriffen
Unruhen nach Tötung von Rebellen-Führer in Pakistan

Die Tötung eines der meistgesuchten Rebellenführer in der pakistanischen Provinz Belutschistan hat Unruhen in der Region ausgelöst.

dpa ISLAMABAD. Nawab Akbar Khan Bugti (82) war am Samstag bei einer groß angelegten Militäroperation mit zahlreichen seiner Anhänger getötet worden. Über die Provinzhauptstadt Quetta wurde anschließend eine Ausgangssperre verhängt. Sicherheitskräfte selbst in den Großstädten Islamabad und Karatschi wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

In Quetta wurden 20 Busse in Brand gesetzt und Regierungsgebäude angegriffen. Demonstranten blockierten die Hauptverbindungsstraße zwischen Quetta und Karatschi.

Bugti führte eine Separatistenbewegung in der öl- und gasreichen Provinz Belutschistan, die an Afghanistan und den Iran grenzt. Bei der Militäroperation hatten Soldaten eine Höhle angegriffen, in der sich Bugti und seine Kämpfer verschanzt hatten. Bei den Kämpfen stürzte das Dach der Höhle ein. Bugti und rund 60 seiner Mitstreiter kamen laut lokalen Medienberichten ums Leben. Auch 25 Regierungssoldaten sollen getötet worden sein. Die Behörden bestätigten den Tod von vier Offizieren.

Die Rebellen in der dünn besiedelten Provinz, die reich an Bodenschätzen ist, kämpfen für mehr Autonomie und einen größeren Anteil an den Gewinnen aus der Öl- und Gasförderung. Dabei verüben sie auch immer wieder Anschläge auf Pipelines und Förderanlagen. Die jüngste Gewaltwelle war im Januar vergangen Jahres losgebrochen, nachdem eine Ärztin im Heimatort Bugtis angeblich von Sicherheitskräften vergewaltigt worden war. Bugti hatte bereits in den 70er Jahren seine Rebellenorganisation aufgebaut.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%